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ClickFunnels im Praxischeck: Lohnt sich die Investition für deutschsprachige Affiliates?

Wer kennt das nicht: Der Browser zeigt zwölf geöffnete Tabs, in einem läuft das WordPress-Dashboard mit dem neuesten Page-Builder-Plugin, daneben das Backend des E-Mail-Providers, dann noch der Tab mit dem Zahlungsanbieter und irgendwo dazwischen die Statistiken des Affiliate-Netzwerks. Die Landingpage, die gestern noch einwandfrei funktionierte, zeigt plötzlich einen Darstellungsfehler, weil das letzte Plugin-Update irgendetwas zerschossen hat. Die E-Mail-Sequenz hängt, weil die Webhook-Verbindung zwischen Opt-in-Formular und Autoresponder nicht mehr synchronisiert. Und während man sich durch Support-Foren wühlt und versucht, die technischen Baustellen zu flicken, bleibt das eigentliche Geschäft liegen. Irgendwann stellt sich unweigerlich die Frage, ob es nicht einen einfacheren Weg gibt. Einen, bei dem alles unter einem Dach läuft und man sich endlich wieder auf das konzentrieren kann, was eigentlich Geld bringt: funktionierende Funnels und gute Angebote.

Genau in solchen Momenten fällt der Blick oft auf ClickFunnels. Der Name taucht in amerikanischen Marketing-Podcasts auf, erfahrene Kollegen schwören darauf, und die Versprechen klingen verlockend. Aber taugt das Tool wirklich für den deutschsprachigen Markt? Rechtfertigt der Preis den Nutzen? Und ist die Plattform auch etwas für jemanden, der gerade erst anfängt, oder richtet sie sich ausschließlich an Marketer mit sechsstelligen Umsätzen?


Was ClickFunnels eigentlich ist und welche Idee dahintersteckt

ClickFunnels wurde von Russell Brunson ins Leben gerufen, einem amerikanischen Unternehmer, der sich seit den frühen Zweitausendern mit Online-Marketing beschäftigt. Seine Grundidee war simpel, aber weitreichend: Statt verschiedene Softwarelösungen miteinander zu verkabeln und ständig Kompatibilitätsprobleme zu lösen, sollte eine einzige Plattform den gesamten Verkaufsprozess abbilden können. Vom ersten Klick des Besuchers über die Landingpage, das Opt-in, die Verkaufsseite, den Bestellprozess bis hin zur Nachbetreuung per E-Mail und sogar dem Zugang zu geschützten Mitgliederbereichen.

Das Herzstück der Software ist ein visueller Editor, mit dem sich Funnels per Drag-and-Drop zusammenbauen lassen. Dabei denkt ClickFunnels nicht in einzelnen Seiten, sondern in zusammenhängenden Abläufen. Eine Squeeze-Page führt zur Dankeseite, diese wiederum zum ersten Angebot, darauf folgt ein Upsell, dann ein Downsell, und am Ende landet der Kunde in einer automatisierten E-Mail-Sequenz. All diese Schritte lassen sich in einer Ansicht planen und miteinander verbinden, ohne dass man Programmiercode anfassen muss.

Die Plattform bringt eigene Zahlungsabwicklungen mit und lässt sich mit Anbietern wie Stripe oder PayPal verbinden. Das integrierte E-Mail-System erlaubt den Aufbau von Automatisierungen direkt innerhalb der Software. Wer digitale Kurse oder kostenpflichtige Communities anbieten möchte, findet Membership-Funktionen vor, die den Zugang zu Inhalten regeln.

Die Philosophie dahinter ist klar: Weniger technische Reibung bedeutet mehr Zeit fürs eigentliche Geschäft. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab, die wir uns im Folgenden genauer anschauen.


Die Kostenfrage ehrlich betrachtet

Sprechen wir über das Thema, das viele Interessenten am meisten beschäftigt: den Preis. ClickFunnels positioniert sich nicht als Budget-Lösung. Die aktuellen Tarife beginnen bei knapp hundert US-Dollar monatlich für die Basisversion und steigen auf mehrere hundert Dollar für die umfangreicheren Pakete mit erweiterten Funktionen, mehr Funnels und zusätzlichen Nutzern. Wer jährlich zahlt, spart zwar etwas, bindet sich aber entsprechend länger.

Für viele deutschsprachige Affiliates, die ihre Geschäftsausgaben in Euro kalkulieren und an die Preisstrukturen europäischer Softwareanbieter gewöhnt sind, wirken diese Summen erst einmal hoch. Ein WordPress-Setup mit kostenlosem Theme, einem Page-Builder für vierzig Euro im Jahr und einem E-Mail-Tool mit Gratisplan für die ersten tausend Abonnenten scheint auf den ersten Blick deutlich günstiger.

Diese Rechnung geht allerdings nur auf, wenn man die versteckten Kosten ausblendet. Zeit ist ein Faktor, der selten ehrlich einkalkuliert wird. Die Stunden, die in die Fehlersuche fließen, wenn Plugins nicht miteinander harmonieren. Die Einarbeitung in verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Benutzeroberflächen. Die Wartung von Updates und Sicherheitslücken. Die Nerven, die es kostet, wenn am Wochenende etwas ausfällt und man selbst herausfinden muss, woran es liegt.

Trotzdem wäre es unehrlich zu behaupten, dass sich ClickFunnels für jeden rechnet. Wer gerade erst anfängt und noch keinen stabilen Einkommensstrom aus dem Affiliate-Geschäft hat, für den können hundert Dollar monatlich eine echte Belastung sein. In dieser Phase kann es sinnvoller sein, mit günstigeren oder sogar kostenlosen Tools zu starten und erst dann auf eine umfassendere Lösung umzusteigen, wenn das Geschäft trägt.

Anders sieht es aus, wenn bereits laufende Umsätze vorhanden sind und das bestehende Tool-Chaos mehr Zeit frisst als es sollte. In diesem Fall kann sich die Investition schnell amortisieren, weil sie Kapazitäten freisetzt, die sich direkt in mehr Kampagnen oder bessere Optimierung umwandeln lassen. Die Frage ist also weniger, ob ClickFunnels teuer ist, sondern ob die eigene Situation den Preis rechtfertigt.


Konkrete Einsatzmöglichkeiten für Affiliates

Die theoretischen Funktionen einer Software sind das eine. Entscheidend ist, was sich damit in der Praxis anstellen lässt. Für Affiliates ergeben sich mehrere Anwendungsfelder, die über das bloße Verlinken von Partnerprogrammen hinausgehen.

Ein klassisches Szenario ist die Brückenseite. Statt Besucher direkt von einer Traffic-Quelle zum Partnerangebot zu schicken, schaltet man eine eigene Seite dazwischen. Diese Seite wärmt den Besucher vor, liefert zusätzliche Informationen oder eine persönliche Empfehlung und führt dann erst zum eigentlichen Angebot. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man hat mehr Kontrolle über die Customer Journey, kann die eigene Botschaft platzieren und sammelt im Idealfall auch noch die E-Mail-Adresse ein, bevor der Besucher weitergeleitet wird.

Genau hier kommt der nächste Anwendungsfall ins Spiel: der Aufbau einer eigenen Liste. Viele Affiliates machen den Fehler, Traffic direkt an Partnerprogramme zu senden und sich dann zu wundern, warum sie bei jeder neuen Kampagne wieder bei null anfangen. Mit ClickFunnels lässt sich ein Lead-Magnet erstellen, also ein kostenloses Angebot wie ein kurzes E-Book, eine Checkliste oder ein Videokurs, das im Austausch gegen die E-Mail-Adresse herausgegeben wird. Anschließend folgt eine automatisierte E-Mail-Sequenz, die Vertrauen aufbaut und nach und nach relevante Partnerangebote präsentiert.

Dieses Modell macht Affiliates unabhängiger. Wenn ein Partnerprogramm die Konditionen ändert oder ganz eingestellt wird, hat man immer noch seine Liste. Wenn eine Traffic-Quelle versiegt, lassen sich die bestehenden Kontakte weiter bespielen. Die eigene E-Mail-Liste ist ein Asset, das bleibt.

Der dritte Anwendungsbereich geht noch einen Schritt weiter: die Entwicklung eigener Produkte. Viele erfolgreiche Affiliates beginnen irgendwann, ihr Wissen zu bündeln und als digitale Kurse oder Coachings anzubieten. ClickFunnels bietet die Infrastruktur dafür, von der Verkaufsseite über die Zahlungsabwicklung bis zum geschützten Mitgliederbereich, in dem die Inhalte ausgeliefert werden. So wird aus dem reinen Affiliate-Geschäft ein hybrides Modell, das mehrere Einkommensströme kombiniert.


Lernkurve und verfügbare Ressourcen

ClickFunnels wird oft als einfach zu bedienen beschrieben. Und tatsächlich ist der visuelle Editor intuitiver als das händische Zusammenbasteln von Code oder das Jonglieren mit einem halben Dutzend verschiedener Plugins. Trotzdem sollte man die Einarbeitungszeit nicht unterschätzen.

Die Plattform bringt ihre eigene Logik mit. Begriffe wie Funnel, Step, Trigger und Automation wollen verstanden werden. Die Verknüpfung von Zahlungsanbietern, E-Mail-Listen und Membership-Bereichen erfordert anfangs etwas Geduld. Wer vorher noch nie mit einem solchen System gearbeitet hat, wird die ersten Tage damit verbringen, sich zurechtzufinden.

Die gute Nachricht ist, dass ClickFunnels mittlerweile ein umfangreiches Ökosystem an Lernmaterialien aufgebaut hat. FunnelFlix, die interne Trainingsplattform, bietet Kurse zu verschiedenen Themen rund um Funnel-Strategie, Copywriting und Traffic-Generierung. Dazu kommen unzählige Templates, die als Ausgangspunkt für eigene Funnels dienen können. Die Community ist aktiv, sowohl in offiziellen Gruppen als auch in unabhängigen Foren und Facebook-Gruppen.

Allerdings gibt es einen Haken für deutschsprachige Nutzer: Der Großteil dieser Ressourcen ist auf Englisch. Russell Brunsons Bücher, die Schulungsvideos, die meisten Templates und auch der Support kommunizieren primär in englischer Sprache. Wer damit kein Problem hat, findet eine Fülle an Material. Wer sich lieber auf Deutsch weiterbildet, muss entweder mit der Sprachbarriere leben oder auf externe deutschsprachige Kurse und Communities ausweichen, die mittlerweile ebenfalls existieren.

Ein Wikipedia-Artikel über Online-Marketing bietet weitere Informationen zu den Grundlagen und Entwicklungen in diesem Bereich.


Alternativen im Überblick

ClickFunnels ist nicht die einzige Option auf dem Markt. Gerade im deutschsprachigen Raum haben sich einige Alternativen etabliert, die teilweise mit günstigeren Preisen oder lokalisiertem Support punkten.

Systeme.io beispielsweise bietet einen ähnlichen Funktionsumfang und positioniert sich preislich deutlich niedriger. Für Einsteiger gibt es sogar einen kostenlosen Plan mit eingeschränkten Funktionen. Die Benutzeroberfläche ist schlanker, was manchen entgegenkommt, anderen aber zu wenig Flexibilität bietet.

FunnelCockpit wurde speziell für den deutschsprachigen Markt entwickelt und bietet deutschen Support sowie eine auf hiesige Bedürfnisse zugeschnittene Oberfläche. Die Integration deutscher Zahlungsanbieter und die DSGVO-konforme Ausrichtung machen es für manche Nutzer zur ersten Wahl.

Builderall versucht, möglichst viele Funktionen in einem Paket zu bündeln, und richtet sich an Nutzer, die neben Funnels auch Websites, Blogs und sogar Grafikdesign unter einem Dach haben möchten. Der Funktionsumfang ist beeindruckend, kann aber auch überwältigend wirken.

Welches Tool das richtige ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt vom individuellen Anwendungsfall ab. Wer primär im deutschsprachigen Raum agiert und Wert auf lokalen Support legt, fährt mit einer deutschen Lösung möglicherweise besser. Wer international arbeiten möchte und sich in der amerikanischen Marketing-Welt zu Hause fühlt, profitiert von ClickFunnels’ großem Ökosystem. Wer mit minimalem Budget starten will, findet bei Systeme.io einen niedrigschwelligen Einstieg.

Die ehrliche Empfehlung lautet daher: Bevor man sich entscheidet, sollte man die eigenen Bedürfnisse klar definieren und die verschiedenen Optionen gründlich testen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ClickFunnels?

ClickFunnels ist eine Plattform zur Erstellung von Verkaufs-Funnels, die den gesamten Verkaufsprozess von der Landingpage bis zur Nachbetreuung abbildet.

Ist ClickFunnels für Anfänger geeignet?

Ja, ClickFunnels kann auch von Anfängern genutzt werden, obwohl eine gewisse Einarbeitungszeit erforderlich ist, um die Plattform vollständig zu verstehen.

Welche Alternativen zu ClickFunnels gibt es?

Zu den Alternativen gehören Systeme.io, FunnelCockpit und Builderall, die jeweils unterschiedliche Vorteile und Preismodelle bieten.

Wie hoch sind die Kosten für ClickFunnels?

Die Kosten beginnen bei etwa 100 US-Dollar monatlich für die Basisversion und steigen je nach Funktionsumfang und Nutzeranzahl.

Welche Vorteile bietet ClickFunnels für Affiliates?

ClickFunnels ermöglicht Affiliates die Erstellung von Brückenseiten, den Aufbau einer E-Mail-Liste und die Entwicklung eigener Produkte, was die Unabhängigkeit erhöht.

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