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Ein Blick in die Klickzahlen einer mittelgroßen Rezeptseite zeigt es deutlich: Vor drei Jahren kamen noch 18 Prozent des Zuweisungs-Traffics über Pinterest, heute sind es unter 4 Prozent, obwohl sich an der Pinnwand-Strategie kaum etwas geändert hat. Gleichzeitig berichten Betreiber von DIY- und Interior-Seiten, dass einzelne Pins auch noch über Monate hinweg stetig Besucher liefern, ganz ohne Bezahlung. Diese Gegensätze sind kein Widerspruch, sondern beschreiben genau, worauf es bei Affiliate-Marketing mit Pinterest ankommt.

Die kurze Antwort auf die Ausgangsfrage lautet: Es kommt auf die Nische an, und der Aufwand hat sich verschoben, aber nicht erledigt. Pinterest funktioniert nach wie vor gut für visuell darstellbare Themen wie Wohnen, Mode, Garten, Rezepte, Basteln, Reisen oder Hochzeitsplanung. Für Nischen wie Software-Vergleiche, Finanzprodukte oder B2B-Tools bringt die Plattform dagegen kaum etwas, weil dort niemand nach Bildideen sucht. Wer in einer bildaffinen Nische unterwegs ist, sollte den Kanal nicht vorschnell abschreiben, wer außerhalb davon steht, kann sich die Zeit meist sparen.

Der große Unterschied zu vor fünf Jahren liegt im Suchverhalten der Plattform selbst. Pinterest hat sich stärker zu einer visuellen Suchmaschine entwickelt, die Ergebnisse nach Relevanz und Aktualität sortiert, weniger nach Reichweite des Accounts. Das bedeutet: Ein einzelner gut gestalteter Pin mit treffendem Titel und Beschreibung kann auch von einem Account mit wenigen hundert Followern noch tausende Impressionen im Monat erzielen, wenn das Keyword im Titel und in der Bildbeschreibung sitzt. Gleichzeitig ist die Halbwertszeit kürzer geworden. Wo ein Pin früher über Jahre lief, verliert er heute oft nach sechs bis zwölf Monaten deutlich an Sichtbarkeit, wenn er nicht aktualisiert oder durch neue Varianten ergänzt wird.

Wie funktioniert Affiliate-Marketing mit Pinterest?

Für Affiliate-Zwecke lässt sich Pinterest auf zwei Arten nutzen, und beide unterscheiden sich stark im Aufwand. Die erste Variante ist der direkte Link von einem Pin zu einer Partnerprogramm-Landingpage oder einem Shop, was viele große Netzwerke technisch erlauben, sofern der Anbieter direkte Affiliate-Links nicht ausdrücklich untersagt. Diese Methode bringt schnelle Klicks, aber niedrige Konversionsraten, weil der Nutzer die eigene Seite nie sieht und kein Vertrauen aufbauen kann.

Die zweite, deutlich tragfähigere Variante führt den Pin auf einen eigenen Blogartikel oder eine Produktseite, von der aus dann der Affiliate-Link gesetzt wird. Das kostet mehr Vorarbeit, weil Inhalt und Bildmaterial zusammenpassen müssen, zahlt sich aber durch bessere Verweildauer und höhere Klickraten auf die eigentlichen Partnerlinks aus.


Wirtschaftliche Aspekte des Pinterest-Traffics

Wirtschaftlich lohnt sich Pinterest vor allem dort, wo die Traffic-Kosten über Google Ads oder Meta zu hoch wären, um mit den überschaubaren Provisionssätzen im Affiliate-Bereich noch etwas zu verdienen. Bei Cookie-Laufzeiten von 24 bis 30 Tagen, wie sie viele Partnerprogramme im Décor- oder Fashion-Segment ansetzen, und Provisionssätzen zwischen 3 und 10 Prozent, braucht es Traffic, der praktisch nichts kostet, um die Kalkulation aufgehen zu lassen. Organischer Pinterest-Traffic erfüllt genau diese Bedingung, sofern man die Zeit für Bildgestaltung nicht mit einem Stundenlohn gegenrechnet, den man sich eigentlich selbst schuldet.

In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf diesen Artikel zum Thema: Domain für Affiliate Website auswählen.

Ein Faktor, den viele unterschätzen, ist der Aufwand für die Bildproduktion selbst. Anders als bei einem Blogartikel, der einmal geschrieben und dann über Jahre Traffic bringen kann, verlangt Pinterest einen kontinuierlichen Nachschub an neuen Pin-Designs zum selben Inhalt, weil der Algorithmus frische Uploads bevorzugt. Wer zehn bis fünfzehn Pins pro Woche produzieren will, kommt ohne Vorlagen und Bildbearbeitungstools kaum aus. Canva mit seinen Vorlagenserien hat sich hier als Standardwerkzeug etabliert, und auch KI-gestützte Bildwerkzeuge werden zunehmend genutzt, um Variationen eines Motivs schneller zu erzeugen.

Der Zeitaufwand sinkt dadurch, verschwindet aber nicht, und wer die Pins komplett manuell gestaltet, sollte pro Woche mit zwei bis vier Stunden reinem Design-Aufwand rechnen, sobald das System eingespielt ist. Gegen den Kanal spricht vor allem die Abhängigkeit von einer Plattform, deren Algorithmus-Änderungen sich schwerer vorhersagen lassen als bei Google.

Mehrere Affiliates berichten von Einbrüchen der Impressionen um 40 bis 60 Prozent innerhalb weniger Wochen, ohne erkennbaren Auslöser und ohne Möglichkeit, dagegen etwas zu unternehmen außer neue Inhalte nachzuschieben. Anders als bei einer eigenen Website, wo man zumindest über Backlinks und Content-Qualität Einfluss auf das Ranking hat, bleibt bei Pinterest viel dem Verhalten der Plattform überlassen.


Rechtliche Aspekte im Affiliate-Marketing mit Pinterest

Auch rechtlich gilt für Pinterest nichts grundsätzlich anderes als für andere Kanäle, in denen Affiliate-Links auftauchen. Pins, die zu einem Partnerprogramm führen oder auf einen Artikel mit Affiliate-Links verlinken, müssen als Werbung erkennbar sein, sobald eine geldwerte Gegenleistung im Spiel ist. Die Kennzeichnung sollte klar und unmissverständlich sein, etwa durch den Zusatz „Werbung“ oder „Enthält Affiliate-Links“ direkt in der Pin-Beschreibung oder im verlinkten Artikel, nicht versteckt in einem Impressum.

Wer über ein Unternehmensprofil bei Pinterest agiert und dort personenbezogene Daten von Besuchern über Tracking-Pixel erhebt, braucht zudem eine Datenschutzerklärung, die diesen Umstand abdeckt, sowie eine Einwilligung über ein Cookie-Consent-Tool, sofern Tracking über Pinterest-Tags eingebunden wird. Ob eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist und ob die Kleinunternehmerregelung greift, hängt von Umfang und Regelmäßigkeit der Einnahmen ab; für die konkrete Einordnung des eigenen Falls ist ein Steuerberater die richtige Anlaufstelle.

Passend dazu haben wir einen weiteren Beitrag zum Thema: Affiliate-Links.

Ein Punkt, der in der Praxis oft übersehen wird, betrifft die Produktauswahl. Pinterest-Nutzer befinden sich häufig in einer frühen Phase der Kaufentscheidung, sie sammeln Ideen und Inspiration, bevor sie konkret kaufen wollen. Das bedeutet, dass Produkte mit klarer visueller Wirkung und mittlerem Preissegment, etwa Einrichtungsgegenstände, Kleidung oder Küchenwerkzeug, besser funktionieren als erklärungsbedürftige oder hochpreisige Produkte, die eine längere Recherchephase erfordern.

Wer versucht, über Pinterest Software-Abos oder Finanzprodukte zu bewerben, wird in der Regel enttäuscht, weil die Plattform für diese Kaufphase schlicht nicht genutzt wird. Unterm Strich lohnt sich Pinterest also nicht pauschal, sondern situativ: für visuelle Nischen mit Produkten im mittleren Preissegment, für Betreiber, die bereit sind, kontinuierlich neues Bildmaterial zu produzieren, und als Ergänzung zu SEO-Traffic, nicht als Ersatz dafür.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen zu rechtlichen Fragen und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Eine Rechtsberatung im Einzelfall dürfen nur die dazu befugten Personen leisten, insbesondere Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich ist die jeweils geltende Rechtslage.

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich Affiliate-Marketing mit Pinterest noch?

Ja, es kommt jedoch stark auf die Nische an. Visuell darstellbare Themen wie Mode oder Wohnen profitieren weiterhin.

Wie funktioniert das Affiliate-Marketing auf Pinterest?

Affiliate-Marketing auf Pinterest kann direkt über Pins zu Partnerseiten oder indirekt über eigene Blogartikel erfolgen.

Was sind die rechtlichen Anforderungen für Affiliate-Links?

Affiliate-Links müssen klar als Werbung gekennzeichnet sein. Zudem sind Datenschutzerklärungen erforderlich, wenn Tracking erfolgt.

Wie oft sollte man neue Pins erstellen?

Um Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollten mindestens 10 bis 15 neue Pins pro Woche erstellt werden.

Welche Produkte funktionieren am besten auf Pinterest?

Produkte mit klarer visueller Wirkung und im mittleren Preissegment sind am erfolgreichsten, z.B. Einrichtungsgegenstände oder Kleidung.