Moin zusammen,
ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit der Frage, ob KI-generierte Bilder für Affiliate-Seiten tatsächlich einen messbaren Unterschied machen – oder ob das eher ein Hype ist, dem man nicht unbedingt nachlaufen muss.
Hintergrund: Ich betreibe seit über 12 Jahren verschiedene Affiliate-Projekte und habe bisher meist auf Stockfotos oder eigene Produktaufnahmen gesetzt. Stockfotos kosten Geld (und sehen oft generisch aus), eigene Fotos kosten Zeit. Jetzt lese ich ständig, dass Tools wie Midjourney, DALL-E oder Stable Diffusion das alles ersetzen können.
Was mich konkret interessiert:
- Habt ihr bei euren Seiten gemerkt, dass KI-Bilder die Conversion oder die Verweildauer beeinflusst haben – positiv oder negativ?
- Gibt es Nischen, wo das besonders gut oder besonders schlecht funktioniert?
- Wie steht ihr rechtlich dazu? Ich will hier keine Fehler machen, gerade bei Nutzungsrechten bin ich vorsichtig.
- Und: Wie viel Aufwand steckt da wirklich drin, bis ein Bild brauchbar ist? Von wegen "kurz prompten und fertig" – das glaube ich erst, wenn ich es selbst sehe.
Ich frage das bewusst hier, weil ich Erfahrungsberichte aus der Praxis höre und keine Hochglanz-Tutorials. Wäre gut zu wissen, ob das für den normalen Affiliate-Betrieb Sinn macht oder eher etwas für Leute mit viel Spielzeit im Sommer ist.
Danke schon mal,
Rainer
Hi Rainer, interessante Frage – ich hab mich damit auch schon beschäftigt, weil ich neben dem Job nur begrenzt Zeit habe und schaue, wo sich Aufwand wirklich lohnt.
Mein Fazit nach ein paar Wochen Testen: Für Hero-Bilder oder Thumbnails taugt das schon, aber der Aufwand bis man wirklich brauchbare Ergebnisse hat ist deutlich höher als versprochen. Gerade bei produktnahen Nischen, wo man echte Produktfotos erwartet, wirken KI-Bilder schnell unrealistisch und können eher Vertrauen kosten als aufbauen.
Bei abstrakteren Themen – Lifestyle, Ratgeber-Nischen, Infografiken – sieht das anders aus. Da hab ich ein paar Seiten, wo ich Vorschaubilder mit KI erstelle, und zumindest die Klickrate auf die Artikel selbst hat sich nicht verschlechtert. Ob es besser geworden ist, kann ich nicht sauber sagen, weil ich gleichzeitig noch andere Dinge angepasst hab.
Zur Rechtsfrage: Das ist tatsächlich noch ziemlich unklares Terrain, vor allem bei kommerzieller Nutzung. Ich hab mir angewöhnt, nur Tools zu nutzen wo das in den AGB explizit geregelt ist. Ich hatte das schonmal kurz im Seasonal-Targeting-Thread am Rand erwähnt – da gings zwar ums Targeting, aber Nutzungsrechte bei KI-Assets ist generell ein Thema das viele unterschätzen.
Kurz gesagt: Sinnvoll ja, aber nicht für jede Nische und nicht so schnell wie behauptet.
Ich bin da ehrlich gesagt skeptisch, ob der Hype gerechtfertigt ist.
Natürlich klingt es verlockend – kein Fotokauf, kein Fotograf, einfach prompten und fertig. Aber ich hab schon zu viele solcher Versprechen im Online-Marketing gesehen die sich in der Praxis relativiert haben. Die Frage ist doch: Wer garantiert mir, dass Google diese Bilder nicht irgendwann anders bewertet? Und die Rechtslage bei KI-Bildern ist wirklich noch nicht abschließend geklärt, das sehe ich genauso wie Marcus.
Ich würd das nicht als Kernstrategie einsetzen, bevor da mehr Klarheit herrscht. Als Experiment okay, aber nicht als Ersatz für vernünftige Bildquellen.
Ich lern das gerade selbst noch und finde die Diskussion hier sehr hilfreich! Hab vor ein paar Wochen angefangen mit DALL-E rumzuspielen und muss sagen – die ersten Ergebnisse waren wirklich zum Wegschmeißen. Inzwischen wird's besser aber es braucht schon seine Zeit bis man raushat wie man die Dinge beschreiben muss damit was Brauchbares rauskommt.
Für meine kleine Seite nutze ich es jetzt für Headerbilder und das sieht okay aus finde ich. Ob es was bringt kann ich noch nicht sagen, dafür bin ich zu frisch dabei. Aber die Kostenersparnis gegenüber Stockfotos ist auf jeden Fall real.
Rainer, ich hab das systematisch getestet – drei verschiedene Tools über zwei Monate, in zwei unterschiedlichen Nischen.
Ergebnis: Es kommt extrem auf den Use Case an. Für redaktionelle Aufmacher oder Kategorie-Illustrationen auf Content-Seiten funktioniert das gut und spart tatsächlich Zeit+Geld im Vergleich zu Stockfoto-Abos. Für produktbezogene Vergleichs-Artikel würd ich es nicht empfehlen – da erwartet der Nutzer echte Produktbilder und KI-Ergebnisse sehen selbst bei gutem Prompting schnell "zu glatt" aus.
Zum Workflow: Mit einem vernünftigen Prompt-Template brauch ich pro Bild inzwischen 10-15 Minuten inkl. Nachbearbeitung in Canva. Am Anfang wars deutlich länger. Man muss wirklich üben, bis die Ergebnisse konsistent werden.
Die Rechtsfrage ist der Punkt der mich noch am meisten beschäftigt. Ich nutze aktuell nur Tools die kommerzielle Nutzung explizit erlauben und dokumentiere das. Ähnlich wie ich das bei KI-Zielgruppenanalyse-Tools halte – immer schauen was die AGB wirklich sagen, nicht was der Marketing-Text verspricht.
Mein Fazit: Sinnvoll als Ergänzung, nicht als Vollersatz. Und definitiv nicht ohne Einarbeitungszeit.