Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor einer Herausforderung und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt. Ich habe meine Affiliate-Seite bisher nur auf Deutsch betrieben, aber ich überlege schon länger, auch englische und vielleicht sogar französische Inhalte anzubieten, um mehr Traffic-Potenzial auszuschöpfen.
Jetzt hat mir eine Bekannte geraten, das mit KI-Tools umzusetzen – also quasi die deutschen Texte als Basis nehmen und dann mit KI in andere Sprachen übertragen und anpassen lassen. Klingt erstmal sinnvoll, aber ich frage mich wie ihr das konkret organisiert.
Meine offenen Fragen:
- Nutzt ihr dafür ein einziges Tool oder mehrere für verschiedene Sprachen?
- Wie stellt ihr sicher, dass der Affiliate-Kontext (Links, CTAs, Begriffe) in der Zielsprache auch wirklich passt und nicht irgendwie komisch klingt?
- Wie viel manuelle Nacharbeit bleibt bei euch trotzdem noch?
- Gibt es Tools, die speziell für Content-Lokalisierung besser geeignet sind als die üblichen Verdächtigen?
Ich frage das jetzt im Juni weil ich den Sommer nutzen möchte um das Projekt aufzusetzen, bevor im Herbst wieder mehr Betrieb ist. Hat jemand konkrete Erfahrungen damit gemacht? Würde mich über ehrliche Einschätzungen freuen, nicht nur Theorie.
Danke schon mal!
Claudia
Ich seh das etwas anders als WachstumsWilli63 oben. Ich hab mal versucht meinen Workflow komplett auf mehrere Tools aufzuteilen und ehrlich gesagt war das Chaos. Irgendwann hatte ich fünf verschiedene Dokumente, kein einheitliches Vorgehen und die Texte haben sich im Ton total unterschieden.
Mein Setup jetzt: Claude für alles. Ich übergebe den deutschen Ausgangstext, erkläre den Kontext der Seite, sage welche Keywords in der Zielsprache relevant sind und gebe explizit vor wie CTAs klingen sollen. Das funktioniert für EN sehr gut, für FR akzeptabel.
Was ich gelernt hab – und das klingt banal aber macht einen riesigen Unterschied – ist ein ordentliches Prompt-Template zu bauen das du einmal erstellst und dann immer wieder anwendest. Da fließt am Anfang etwas Zeit rein, spart danach aber enorm.
Zur manuellen Nacharbeit: Ich bin wegen Zeitdruck (hab neben dem Job nur begrenzte Stunden) darauf angewiesen dass die KI-Ausgabe schon recht gut ist. Mit guten Prompts schaff ich das bei EN auf unter 15% Nacharbeitszeit. Ich hab dazu mal was im Zeitmanagement-Thread geschrieben falls das interessiert.
Gute Frage, das Thema hab ich mir bei Gutschein-Publishern auch schon angeschaut – da ist Lokalisierung nochmal komplexer weil Gutscheincodes und Angebotsseiten je nach Markt komplett unterschiedlich sein können.
Grundsätzlich: Ich würde nie ein einziges Tool für alles nehmen. Für die grobe Übersetzung und inhaltliche Anpassung ist Claude oder GPT-4o brauchbar, aber für Französisch hatte ich bei rein KI-generierten Texten öfter das Problem dass der Stil sehr generisch wirkt. DeepL Write als Nachbearbeitungsschritt hat da einiges gerettet.
Was die Affiliate-CTAs angeht: Die würde ich grundsätzlich separat behandeln und nicht einfach übersetzen lassen. Da steckt zu viel drauf, was kontextuell falsch ankommen kann. Lieber selbst formulieren oder zumindest sehr eng prompten.
Manuelle Nacharbeit? Ich schätze bei EN ca. 20-30%, bei FR eher 40-50%. Kommt natürlich auf die Nische und den Texttyp an.
Der Sommerzeitraum zum Aufsetzen klingt vernünftig – ich würd trotzdem nicht versuchen alles auf einmal zu lokalisieren sondern mit einer Sprache anfangen und den Prozess dann erst skalieren.
Kurze Ergänzung von mir: Passt auf bei Affiliate-Links die auf länderspezifische Landingpages zeigen sollen. Da hab ich am Anfang Zeit verschwendet weil ich Texte lokalisiert hatte aber die verlinkten Seiten dann doch nur auf Deutsch waren. Das ist aus Nutzersicht eine Katastrophe. Also erst klären ob eure Partnerprogramme überhaupt lokale Versionen unterstützen, dann erst die Content-Arbeit angehen.
Ich bin selbst noch dabei das alles zu verstehen, also nimm meinen Input mit Vorsicht. Aber ich hab mich zuletzt viel damit beschäftigt weil ich ähnliches plane.
Was ich interessant finde: Es gibt inzwischen spezialisierte Tools wie Phrase oder Lokalise die eher aus dem professionellen Übersetzungsmanagement kommen und KI integriert haben. Die sind aber meiner Einschätzung nach für Affiliate-Einzelkämpfer überdimensioniert und auch preislich eher für Teams gedacht.
Für den Einstieg denke ich dass die Frage weniger ist welches Tool, sondern wie du die Ausgangstexte strukturierst. Wenn deine deutschen Basistexte klar, modular und ohne idiomatische Wendungen geschrieben sind, geht die KI-Lokalisierung viel glatter. Ich hab das für mich als kleines Prinzip übernommen: erst für die Maschine schreiben, dann für den Leser feinschleifen.
Weiß nicht ob das hilft aber ich fands einen hilfreichen Perspektivwechsel. Viel Erfolg mit dem Sommerprojekt!