Moin zusammen,
ich beschäftige mich seit einer Weile damit, wie man KI nicht nur für Content oder Tracking einsetzt, sondern wirklich für strategische Entscheidungen. Also weniger "schreib mir einen Artikel" und mehr "hilf mir eine fundierte Entscheidung zu treffen".
Konkret geht es mir darum: Ich stehe öfters vor Weggabelungen – neues Nischenprojekt starten, Budget auf bestehende Kampagnen schieben, oder mal wieder Strukturen überdenken. Das kostet wahnsinnig viel mentale Energie, und ich frage mich, wie andere KI dabei nutzen um diesen Prozess zu versachlichen.
Was ich bisher getestet habe: Verschiedene Prompting-Ansätze mit ChatGPT und Claude, wo ich Entscheidungskriterien einpflege und dann quasi eine strukturierte Analyse zurückbekomme. Das Ergebnis ist manchmal überraschend klar – manchmal aber auch so generisch, dass es nichts bringt.
Meine Fragen an euch:
- Habt ihr bestimmte Frameworks entwickelt, wie ihr KI für solche Abwägungen einsetzt?
- Wie behaltet ihr dabei die eigene Einschätzung im Vordergrund und lasst euch nicht zu sehr von der KI-Ausgabe leiten?
- Gibt es Tools, die speziell für sowas besser geeignet sind als die großen Chatbots?
Bin gespannt ob jemand da wirklich systematisch vorgeht oder ob das bei euch auch eher Bauchgefühl bleibt.
Gute Frage, Stefan. Ich arbeite seit langem mit KI und der Punkt "strategische Entscheidungen vs. Content-Produktion" ist tatsächlich der interessantere Hebel.
Mein Ansatz: Ich nutze KI als Sparringspartner, nicht als Entscheidungsmaschine. Konkret heißt das – ich beschreibe der KI meine Situation inkl. Zahlen, stelle bewusst eine Gegenfrage ("Was spricht dagegen?") und lasse mir dann Szenarien durchspielen. Das hat mir schon einiges an Klarheit gebracht, wo ich vorher im Kopfkreisel war.
Was ich kerbeobachtet habe: Je spezifischer dein Input, desto brauchbarer der Output. Wenn du nur "soll ich Projekt A oder B machen" fragst, kriegst du Brei. Wenn du Umsatzdaten, Zeitaufwand und deine eigene Risikobereitschaft mit reingibst, wird's konkreter.
Zur Toolfrage: Für mich hat sich Claude für längere Denkprozesse bewährt, weil der Kontext besser gehalten wird. Hab das auch mal im Thread zu KI-Profitabilitätsprognosen beschrieben – da geht's zwar um Forecasting, aber das Grundproblem ist ähnlich.
Die eigene Einschätzung vorne zu halten – das ist tatsächlich Übungssache. Ich schreibe meine Entscheidung mittlerweile erst auf, bevor ich die KI frage. So merke ich hinterher ob ich mich hab umstimmen lassen oder ob die KI wirklich was Neues gebracht hat.
Ich hab mich zuletzt viel mit KI für Content-Planung beschäftigt – da gibt's tatsächlich Überschneidungen zu dem was du beschreibst. Die Strukturierungslogik ist ähnlich.
Was mir aufgefallen ist: KI ist ziemlich gut darin, Optionen zu benennen die man selbst nicht auf dem Schirm hatte. Aber bei der Gewichtung – also was wirklich für das eigene Business relevant ist – versagt sie meistens, weil sie den Kontext nicht wirklich kennt. Du sagst ja selbst, die Outputs werden manchmal generisch. Das liegt fast immer am Input, nicht am Tool.
Mein Tipp: Schreib der KI nicht nur was du entscheiden willst, sondern auch was du in den letzten Monaten schon versucht hast und was nicht geklappt hat. Das schränkt die Antworten deutlich sinnvoller ein.
Ich bin da ehrlich gesagt noch am Wiedereinstieg in das ganze Thema, also nimm meinen Input mit entsprechender Vorsicht. Aber genau das interessiert mich auch – ich glaube viele nutzen KI noch sehr an der Oberfläche.
Was ich beobachte wenn ich mit anderen rede: Die meisten die wirklich gute Ergebnisse rausholen haben sich irgendeine eigene "Vorlage" gebastelt – also einen Prompt-Rahmen den sie immer wieder nutzen und verfeinern. Kein generisches Rumfragen, sondern ein System.
Ob das bei Entscheidungsprozessen genauso funktioniert wie bei Content weiß ich noch nicht aus eigener Erfahrung, aber die Logik dahinter macht Sinn. Ich werd das die naechsten Wochen mal testen und kann dann berichten.