Hallo zusammen,
ich teste seit ein paar Wochen Claude als Unterstützung für mein Affiliate-Copywriting und wollte mal eure Einschätzungen hören – besonders von denen, die das schon länger nutzen.
Hintergrund: Ich arbeite Vollzeit als IT-Consultant und hab wirklich begrenzte Zeit für meine Affiliate-Projekte. Texte schreiben kostet mich unverhältnismäßig viel Zeit, weil ich kein gelernter Texter bin. Die technische Einschätzung von Tools fällt mir leicht, aber sowas wie überzeugende Produktbeschreibungen oder Call-to-Actions – da hänge ich oft ewig.
Bisher habe ich Claude hauptsächlich für Produktvergleiche und Review-Texte genutzt. Was mich interessiert: Wie gut funktioniert das wirklich im Affiliate-Kontext? Ich meine nicht "kann KI texten" – das können alle halbwegs. Mich interessiert ob die Texte auch konvertieren.
Mein erstes Gefühl nach ca. 4 Wochen: Die Rohfassungen sind solide, aber ich muss noch recht viel nacharbeiten. Besonders bei spezifischen Nischenprodukten fehlt manchmal die Tiefe. Prompt-Engineering hilft, aber das kostet auch wieder Zeit.
Fragen an euch:
- Habt ihr Claude gezielt für Affiliate-Texte getestet?
- Wie sieht euer Workflow aus?
- Lohnt sich der Aufwand fürs Prompt-Engineering wirklich?
Wäre super wenn jemand konkrete Erfahrungen teilen kann, nicht nur "KI ist die Zukunft"-Blabla.
Aus meiner Erfahrung mit Conversion-Optimierung: Das Problem ist nicht ob Claude gut textet, sondern ob du weißt was deine Zielgruppe wirklich bewegt. Wenn du das weißt und Claude entsprechend briefst, kommen brauchbare Texte raus. Wenn nicht, produziert die KI halt generischen Brei – genau wie ein schlechtes Briefing an einen menschlichen Texter auch Mist ergibt.
Was ich meinen Leuten immer empfehle: Bau dir erstmal ein Swipe-File aus deinen besten konvertierenden Texten. Die gibst du Claude als Referenz mit. Dann stimmt Ton und Struktur viel schneller. Das ist der systematische Ansatz – einfach prompts ausprobieren ohne Referenz ist Glückssache.
Ob die Texte bei dir konvertieren wirst du nur rausfinden wenn du das trackst. Bauchgefühl hilft da nicht weiter. In diesem Thread hab ich ähnliches zum Thema Formate und was wirklich zieht geschrieben, da ist der Gedanke auch relevant.
Ehrlich gesagt war mein Einstieg mit Claude auch erstmal ernüchternd. Die Standardausgaben sind generisch, das stimmt. Aber ich hab gemerkt: Je mehr Kontext du reinpumpst, desto besser wird's. Ich gebe mittlerweile immer Zielgruppe, typische Kaufmotive UND die stärksten Konkurrenzprodukte mit an. Das macht die Texte deutlich spitzer.
Zum Thema Zeitersparnis bei begrenztem Zeitfenster neben dem Job – ja, es lohnt sich. Aber Prompt-Engineering ist am Anfang wirklich eine Investition. Ich hab mir irgendwann ein Template gebaut das ich nur noch anpasse, seitdem geht's flotter.
Ich nutze Claude seit ein paar Monaten relativ intensiv in meinem Affiliate-Workflow und kann ein paar Punkte dazu beisteuern.
Der entscheidende Hebel bei mir war, aufzuhören Claude als "Texte-fertig-liefern-Tool" zu behandeln. Ich verwende es jetzt modular: erstmal eine Struktur generieren lassen, dann Argumentationslinien entwickeln, dann erst den eigentlichen Text. Das klingt nach mehr Aufwand, ist aber unterm Strich schneller als ein Prompt auf einmal reinzuwerfen und dann alles auseinanderzufummeln.
Zum Konvertieren: Ich hab keine sauberen A/B-Daten, weil ich das nicht von Anfang an getrennt getrackt habe – blöder Fehler. Was ich sagen kann: Meine Output-Rate hat sich verdreifacht und die Qualität liegt zumindest auf dem Niveau was ich vorher selbst produziert hab, eher drüber.
Bei Nischenprodukten mit wenig öffentlichem Datenmaterial stößt Claude tatsächlich an Grenzen. Da gebe ich im Prompt immer spezifische Infos mit rein – Produktspezifikationen, typische Einwände der Zielgruppe usw. Das macht einen riesigen Unterschied. Im Retargeting-Thread hatte ich ähnliche Punkte schonmal angesprochen, falls das relevant ist.
Ich bin da skeptischer als die anderen hier. Claude ist okay, aber der Hype darum nervt mich ein bisschen. Hab selbst getestet – für generische Nischen reicht's, für spezialisierte Themen mit echtem Expertenwissen brauchst du immernoch ordentlich Nacharbeit. Und die Zeit die du ins Prompt-Engineering steckst, die rechnest du ja selten ehrlich gegen.