Hallo zusammen,
ich überlege schon eine Weile ob es sich lohnt, meine aktuelle WordPress-Site auf einen statischen Site-Generator wie Hugo oder Eleventy umzuziehen. Der Hintergedanke: weniger Abhängigkeiten, kein Plugin-Chaos, deutlich schnellere Ladezeiten – zumindest in der Theorie.
Meine Site hat aktuell rund 40 Artikel, hauptsächlich Testberichte und Vergleiche, dazu ein paar Affiliate-Links die über ein einfaches Weiterleitungs-Script laufen. Technisch bin ich halbwegs fit, hab früher mal mit HTML/CSS gearbeitet, aber das ist schon ein paar Jahre her.
Meine konkreten Fragen:
1. Wie handhabt ihr Affiliate-Links bei statischen Seiten? Klappt das mit einfachen Redirects über .htaccess oder braucht man da zwingend irgendwas serverseitiges?
2. Hat jemand einen solchen Umzug schon durchgezogen und kann sagen wie viel Aufwand das wirklich war – auch in Bezug auf SEO?
3. Lohnt sich das überhaupt bei 40 Artikeln oder ist das eher was für größere Projekte?
Ich frag jetzt weil ich den Sommer nutzen wollte um sowas anzugehen, wenn der Traffic eh etwas ruhiger ist. Aber ich will auch nicht wochenlang an sowas sitzen und dann merken dass es sich nicht gelohnt hat.
Freue mich über ehrliche Einschätzungen, nicht nur "mach das, ist super" sondern auch wenn jemand schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Danke, H.Weber
Kurz und knapp weil ich das selbst durch hab: Hugo ist schnell, der Einrichtungsaufwand ist aber real. Ich hab im Sommer angefangen und bis Oktober gebraucht bis alles wie vorher lief – und ich bin nicht unbedingt unerfahren was Technik angeht. Saisonal macht das eigentlich Sinn wenn Traffic sowieso niedriger ist, aber rechne mit mehr Zeit als du glaubst.
Ich hab vor etwa zwei Jahren eine kleinere Testsite auf Eleventy umgezogen, ungefähr 30 Artikel. Mein Fazit: technisch hat es sich gelohnt, aber der Zeitaufwand war größer als erwartet.
Das Hauptproblem war nicht die Migration selbst, sondern danach. Jedes Mal wenn ich einen Artikel bearbeiten oder einen neuen Link einfügen wollte, musste ich erst in die lokale Entwicklungsumgebung, dann pushen, dann deployen. Nach drei Monaten hatte ich keine Lust mehr und bin zurück zu WordPress.
Für jemanden der technisch tiefer drin ist und z.B. Git sowieso täglich nutzt, ist das kein Problem. Aber als "Sommerprojekt nebenbei" unterschätzt man den Workflow-Wechsel.
Zur eigentlichen Frage: .htaccess-Redirects für Affiliate-Links funktionieren einwandfrei bei statischen Sites auf einem Apache-Server. Ich hatte damit keine Probleme. Willst du auf Netlify oder Vercel hosten, brauchst du eine _redirects-Datei – das ist aber schnell gelernt.
Wenn dein Ziel Ladezeit-Optimierung ist: schau erst mal ob du das nicht auch mit WP hinkriegst, bevor du alles umbaust. Manchmal reicht schon ein anderes Hosting.
Also ich sag mal so: Hugo hab ich kurz ausprobiert und dann wieder aufgehört. Nicht weil es schlecht ist – die Geschwindigkeit ist wirklich beeindruckend – sondern weil ich gemerkt hab dass ich zu viel Zeit mit Templating verbringe statt mit Inhalten.
Bei 40 Artikeln würd ich das ehrlich gesagt nicht machen. Der SEO-Vorteil durch schnellere Ladezeiten ist real, aber ob der den Migrationsaufwand rechtfertigt hängt davon ab wie deine Site jetzt schon läuft. Wenn WP bei dir flüssig läuft und die Core Web Vitals halbwegs okay sind, gewinnst du durch den Umzug vielleicht 0,3 Sekunden Ladezeit. Das ist im Sommer vielleicht besser als Urlaub zu machen... oder eben nicht 😉
Die .htaccess-Lösung für Redirects funktioniert übrigens prima, das kann ich bestätigen.
Ich hab mich mit dem Thema auch schon beschäftigt, und ehrlich gesagt bin ich dann doch bei WordPress geblieben. Nicht weil statische Generatoren schlecht wären, sondern weil der Aufwand für meine Situation zu groß war.
Zur Affiliate-Link-Frage: .htaccess-Redirects funktionieren bei statischen Sites problemlos, solange du einen Apache-Server nutzt. Bei Netlify oder Vercel gibt's eigene Redirect-Konfigurationen (_redirects-Datei), das ist sogar ziemlich simpel. Also da würde ich mir keine Sorgen machen.
Das SEO-Thema ist kniffliger. Wenn du den Umzug sauber machst (gleiche URLs, korrekte Canonical-Tags, ordentliche Sitemap), passiert da eigentlich nicht viel. Aber "sauber machen" bedeutet halt: jede URL prüfen, alle internen Links kontrollieren, Meta-Daten migrieren. Bei 40 Artikeln ist das machbar aber auch kein Wochenendprojekt.
Ich hab übrigens im Kleinst-Nischen-Thread schon mal was dazu geschrieben – manchmal ist es sinnvoller erstmal Inhalte zu produzieren als die Technik umzubauen. Kommt natürlich auf deine Prioritäten an.