Hey zusammen,
ich teste seit ein paar Wochen systematisch, wie sich Scroll-Tiefe und Klickrate auf meinen Affiliate-Seiten zueinander verhalten – und ehrlich gesagt wirft das mehr Fragen auf als es beantwortet.
Konkretes Beispiel: Ich hab einen Artikel zu einem Fitness-Produkt, der eine Scroll-Tiefe von knapp 80% erreicht, aber die CTR auf den Affiliate-Link ist erschreckend niedrig (unter 2%). Ein anderer Artikel hat durchschnittlich nur 45% Scroll-Tiefe, aber deutlich bessere Klickrate. Da frag ich mich: Was ist die aussagekräftigere Metrik für den tatsächlichen Nutzerintent?
Ich hab jetzt angefangen, Heatmaps dazuzunehmen und schaue mir an, wo die Leute wirklich aufhören zu scrollen und ob das mit der Position meiner Links korreliert. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die Daten richtig interpretiere oder ob ich zu viel in Zahlen reinlese, die einfach zu wenig Traffic als Basis haben.
Hat jemand ähnliche Tests gemacht und kann sagen, welche Metrik-Kombination euch wirklich weitergeholfen hat? Nutzt ihr dafür speziell Hotjar, Microsoft Clarity oder was anderes? Und wie gewichtet ihr Scroll-Daten im Verhältnis zur tatsächlichen Conversion – legt ihr da eine bestimmte Schwelle fest, ab der ihr aktiv reagiert?
Bin gespannt auf eure Erfahrungen, gerade weil der Sommer ja traditionell etwas andere Nutzerverhalten bringt.
Technisch gesehen würde ich dringend empfehlen zu prüfen, wie ihr Scroll-Events überhaupt getrackt werden. Viele Setups feuern das Event nicht granular genug – z.B. nur bei 25/50/75/100% – was bei langen Artikeln zu Verzerrungen führt. Clarity und Hotjar lösen das unterschiedlich, das sollte man beim Vergleich im Kopf behalten.
Ein Punkt der bei solchen Tests oft untergeht: Wenn ihr Heatmap-Tools einsetzt, müsst ihr sicherstellen dass die Einbindung DSGVO-konform erfolgt, also mit expliziter Consent-Logik vor dem Laden des Scripts. Ich hab das gerade in einem anderen Kontext durchgearbeitet – CMS-Wechsel und DSGVO – und da tauchen ähnliche Fragen auf. Je nachdem wie ihr das umsetzt, könnt ihr mit Session-Recording-Tools in eine rechtliche Grauzone geraten wenn das nicht sauber dokumentiert ist.
Oh das ist ein interessantes Thema! Ich bin noch relativ neu, aber ich hab das vor kurzem mit Clarity ausprobiert weil es kostenlos ist. Was mir aufgefallen ist: manchmal scrollen Leute einfach durch ohne wirklich zu lesen, das siehst du an den Heatmaps ziemlich gut wenn die Maus kaum bewegt wird. Vielleicht ist das bei deinem Fitness-Artikel so? Die lesen gar nicht richtig sondern suchen nur schnell nach dem Preis oder einem Button den sie dann aber nicht finden weil der zu weit unten ist.
Ich hab auch den Thread zu Sommerprogrammen verfolgt – Sommerpause bei Partnerprogrammen - welche laufen jetzt trotzdem gut? – und da wurde auch kurz erwähnt dass das Nutzerverhalten im Sommer echt anders ist. Vielleicht spielt das bei dir auch rein?
Ich würde da erstmal einen Schritt zurückgehen bevor man anfängt Metriken gegeneinander abzuwägen. Die eigentliche Frage ist doch: Was soll der Nutzer tun? Und baut der Artikel das logisch auf oder ist der Link einfach irgendwo reingeworfen?
Scroll-Tiefe allein sagt mir fast gar nichts. Jemand kann bis zum Ende scrollen und trotzdem nicht kaufbereit sein – das ist doch keine Überraschung. Ich sehe das in vielen Analysen: Hohe Scroll-Tiefe wird als Qualitätssignal verkauft, aber es könnte genauso gut heißen dass der Text so lang und zäh ist dass die Leute nach dem Link suchen ohne ihn zu finden.
Was ich sinnvoller finde: Segmentiere nach Traffic-Quelle. Organischer Traffic aus Long-Tail-Suchen verhält sich komplett anders als jemand der über Social reinkommt. Wenn du das nicht trennst, vergleichst du Äpfel mit Orangen. Hab das in meinem Thread zu KI-Strategie ähnlich festgestellt – man misst viel und interpretiert zu schnell.
Kurz zur Tool-Frage: Clarity reicht für den Anfang völlig aus, kostet nix und die Heatmaps sind solide. Hotjar lohnt sich meiner Meinung nach erst wenn du wirklich gezielt Funnel-Segmente analysieren willst und bereit bist die Zeit zu investieren die Daten sauber auszuwerten.
Zu deiner eigentlichen Frage – ich hab ähnliche Diskrepanzen bei einem Vergleichsartikel gehabt. Was mir geholfen hat: Ich hab die Link-Position variiert und gemessen ob Klicks eher im oberen Drittel passieren oder erst weiter unten nach der Argumentation. Ergebnis war bei mir klar: Frühzeitiger Link für Nutzer die schon kaufbereit sind, zweiter Link nach der ausführlichen Erklärung für die Skeptiker. CTR hat sich dadurch spürbar verbessert ohne dass ich am Content selbst viel verändert hab.
Die Scroll-Tiefe würde ich als Warnsignal nutzen, nicht als Erfolgsmetrik. Wenn 80% scrollen aber keiner klickt, ist das kein gutes Zeichen – da stimmt was mit dem CTA oder dem Vertrauensaufbau nicht.