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DSGVO-konformes Tracking bei Affiliateprodukten – welche Tools nutzt ihr?

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Marcus B.
Beiträge: 4
Themenstarter
(@marcus-bauer58)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#71]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Frage, welche Tracking-Lösungen für Affiliateprodukte wirklich DSGVO-konform einsetzbar sind – und nicht nur auf dem Papier. Der Sommerzeitraum ist für mich immer gut, um solche technischen Themen aufzuarbeiten, weil etwas weniger operativer Druck da ist.

Konkret geht es mir um folgendes: Viele Affiliate-Tracking-Tools setzen nach wie vor auf Third-Party-Cookies oder speichern IP-Adressen ohne saubere Anonymisierung. Ich sehe das regelmäßig bei Clients, wo das Tracking zwar funktioniert, aber rechtlich auf wackligen Beinen steht. Consent-Management ist oft halbherzig umgesetzt – Banner vorhanden, aber die tatsächliche Datenverarbeitung läuft schon vorher los.

Mich interessiert konkret:
- Welche Tracking-Tools nutzt ihr für eure Affiliateprodukte und habt ihr deren DSGVO-Compliance wirklich geprüft (Auftragsverarbeitungsvertrag, Serverstandort, etc.)?
- Gibt es Lösungen, die ohne Consent auskommen, weil sie rein serverseitig arbeiten?
- Wie geht ihr mit dem Konflikt um, dass viele Netzwerke eigene Pixel oder Skripte verpflichtend vorschreiben, die kaum kontrollierbar sind?

Ich frage nicht nach oberflächlichen Empfehlungen – mich interessieren echte Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb. Wer hat das schon durchdacht und welche Kompromisse musste man dabei eingehen?

Danke schon mal,
Marcus B.


3 Antworten
Marcus K.
Beiträge: 5
(@marcusk)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das ist ein Thema, das mich auch schon länger beschäftigt – vor allem in Kombination mit der CMS-Wahl. Ich hab das vor einiger Zeit im Kontext von Netzwerkkooperationen diskutiert, falls das ergänzend interessant ist: DSGVO-konforme CMS-Wahl bei Kooperationen mit Netzwerken – Erfahrungen?

Zur eigentlichen Frage: Ich setze aktuell auf serverseitiges Tracking via Matomo (selbstgehostet, EU-Server), mit deaktiviertem Fingerprinting und anonymisierter IP. Damit komme ich ohne Consent aus – zumindest nach aktueller Rechtslage, sofern keine personenbeziehbaren Daten erhoben werden. Das muss aber sauber konfiguriert sein, out of the box ist das nicht compliant.

Das Problem mit Netzwerkpixeln hast du richtig benannt. Awin zum Beispiel setzt ein eigenes Skript voraus, das ich nur mit Consent laden darf – das drückt natürlich die Tracking-Quote erheblich. Ich arbeite da mit GTM-Triggern, die das Skript erst nach explizitem Consent laden. Verluste von 20–30% in der Attribution nehme ich bewusst in Kauf, weil mir das rechtliche Risiko wichtiger ist als lückenlose Zahlen.

Ein AVV mit dem Netzwerk ist bei den meisten übrigens problemlos anforderbar, wird aber selten proaktiv angeboten.


Antwort
Markus_K79
Beiträge: 2
(@markus_k79)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich bin bei dem Thema ehrlich gesagt etwas zwiegespalten – nicht weil DSGVO unwichtig wäre, sondern weil ich in der Praxis kaum jemanden sehe, der das wirklich komplett sauber gelöst hat ohne messbare Einbußen beim Tracking.

Ich hab selbst verschiedene Setups getestet: serverseitiges Tracking, Matomo, auch GA4 mit angepasster Konfiguration. Mein Fazit ist nüchtern: Sobald du Consent vorschaltest, verlierst du Attribution – das ist kein Bug, das ist systemisch. Wer das ignoriert und trotzdem von 'vollständigem' Tracking redet, verkauft sich selbst etwas.

Die eigentliche Frage ist für mich: Was ist dein Risikoprofil? Für kleine Nischenseiten ohne Skalierung mag der Aufwand für ein DSGVO-optimiertes Setup den Ertrag übersteigen. Für skalierte Projekte oder wenn du im B2B-Umfeld unterwegs bist, sieht das anders aus.

Was ich nicht mag sind pauschale 'nutzt einfach Matomo'-Empfehlungen ohne Kontext. Die Konfiguration macht den Unterschied, und die checkt kaum jemand wirklich durch.


Antwort
Marcus H.
Beiträge: 8
(@marcus-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurze Anmerkung von meiner Seite: Ich schau bei solchen Diskussionen immer zuerst, ob die Leute, die 'compliant' sagen, das auch belegen können – also AVV vorhanden, Datenschutzerklärung aktuell, Consent tatsächlich vor Datenübertragung. In der Praxis klaffen da oft große Lücken zwischen Anspruch und Realität. Nicht böse gemeint, aber 'ich nutze Matomo' ist kein Freifahrtschein.


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