Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor einem Problem das mich schon seit ein paar Wochen beschäftigt und ich weiß ehrlich gesagt nicht wie ich damit umgehen soll.
Bei einem meiner Hauptnetzwerke wurde mein Account Manager ausgetauscht. Der bisherige war super – hat auf Nachrichten schnell reagiert, kannte meine Projekte, hat manchmal sogar proaktiv Tipps zu neuen Advertisern gegeben. Jetzt ist da jemand Neues und die Zusammenarbeit läuft bisher eher schleppend. Antwortzeiten sind länger, das Gefühl dass der Neue überhaupt weiß womit ich arbeite – eher nicht.
Meine Frage: Wie geht ihr sowas an? Macht ihr sowas wie ein Onboarding-Gespräch mit dem neuen AM, also aktiv Kontakt suchen und euch vorstellen? Oder einfach abwarten und schauen ob sich das einspielt?
Ich frage mich auch ob es Sinn macht dem neuen AM einen kurzen Überblick über meine Publisher-Aktivitäten zu schicken – Nischen, aktuelle Projekte, was gut läuft. Oder wirkt das übertrieben?
Das nervt mich gerade besonders weil jetzt Sommer ist, urlaubsbedingt bei den Netzwerken sowieso vieles langsamer läuft und ich eigentlich die nächsten Monate für zwei neue Projekte gut aufgestellt sein wollte.
Wäre froh über konkrete Erfahrungen aus der Praxis – nicht irgendwelche allgemeinen Ratschläge.
Grüße
SkeptikPro47
Das kenne ich. AM-Wechsel sind einer der nervigsten Reibungspunkte im Netzwerk-Alltag, weil man eine funktionierende Arbeitsbeziehung quasi von Null neu aufbauen muss.
Mein Ansatz: Ich warte nicht ab. Kurz nach dem Wechsel schreibe ich dem neuen AM eine kompakte Mail – nicht lang, nicht werbend, einfach sachlich. Ich erkläre wer ich bin, welche Nischen ich betreibe, was mein Volumen ungefähr ist und was ich aktuell plane. Kein Roman, aber genug damit der Gegenüber einen Eindruck hat.
Das wirkt nicht übertrieben. Im Gegenteil – die meisten AMs haben Dutzende Publisher im Bestand und keine Ahnung wer davon aktiv ist. Wer sich meldet, wird priorisiert, ob man das nun schön findet oder nicht.
Ein kurzes Telefonat oder Videocall kann auch helfen wenn der AM das anbietet, per Mail bleibt man oft anonym. Hab das in einem anderen Kontext schon mal angerissen – die Qualität einer Zusammenarbeit hängt sehr oft daran wer den ersten Schritt macht. Und das bist meistens du als Publisher.
Den Punkt von Stefan seh ich auch so – konkrete Anfragen statt allgemeines Vorstellen ist effizienter. Aber ich würde beides kombinieren.
Ein kurzes Intro ja, aber knapp halten. Name, Hauptnischen, grobe Reichweite. Dann direkt eine offene Frage anhängen die Relevanz zeigt. Zum Beispiel ob es für deine Sommerprojekte gerade besondere Konditionen gibt oder ob neue Advertiser in deiner Nische ongeboardet wurden.
So machst du aus dem Vorstellungsschreiben direkt ein Arbeitsgespräch. Der AM muss antworten weil du eine echte Frage stellst, und du hast trotzdem den Kontext mitgeliefert.
Funktioniert in meiner Erfahrung deutlich besser als zwei separate Mails oder gar kein Kontakt. Die AMs die bei sowas schnell und substanziell antworten – mit denen läuft es später auch. Die die drei Wochen brauchen für eine generische Antwort, da weißt du eigentlich schon Bescheid.
kurze ergänzung dazu – ich hab mal versehntlich dem falschen AM geschrieben weil das Netzwerk den Wechsel nicht sauber kommuniziert hatte. War peinlich aber hat sich aufgeklärt.
Deswegen: erst checken ob der Kontakt im Dashboard wirklich aktualisiert wurde bevor du irgendwas schickst. Klingt banal ist aber bei mindestens zwei Netzwerken die ich kenn immer wieder ein Problem.
Ehrlich gesagt bin ich da skeptischer als MarcusHeld. Klar kannst du dich vorstellen, aber ich hab die Erfahrung gemacht dass es wenig bringt wenn der AM neu ist und erstmal seinen eigenen Publisher-Bestand sortiert. Die haben in der Einarbeitungsphase selbst genug zu tun.
Was wirklich hilft: einfach eine konkrete Anfrage stellen. Nicht 'ich wollte mich mal vorstellen' sondern 'ich suche gerade Advertiser in Bereich X, habt ihr was Neues?' Das gibt dem AM einen Aufhänger zum Antworten und du siehst gleichzeitig wie fix der reagiert.
Die Reaktionszeit auf sowas sagt viel mehr über die künftige Zusammenarbeit aus als ein nettes Intro-Gespräch.
Und zum Timing: Sommer ist tatsächlich blöd. Viele AMs sind selbst im Urlaub oder vertretungsweise überlastet. Ich würd die intensive Kontaktaufnahme eher auf September verschieben wenn wieder normaler Betrieb ist.