Hallo zusammen,
ich steh gerade vor einem Problem das ich so noch nicht hatte und weiß ehrlich gesagt nicht wie ich weiter vorgehen soll.
Bei mir lief im Mai eine Kampagne über ein größeres deutsches Netzwerk (will den Namen erstmal nicht nennen). Ich hab mehrere Sales gehabt die das Netzwerk als "bestätigt" angezeigt hat – soweit so gut. Jetzt, ca. 4 Wochen später, kommt plötzlich eine Massenstornierung vom Advertiser. Fast alle Conversions wurden auf "storniert" gesetzt, ohne jede Begründung in der Oberfläche.
Ich hab beim Netzwerk nachgefragt und die sagen, der Advertiser habe die Orders als "nicht valide" markiert. Was das konkret bedeutet wird mir nicht erklärt. Betrug war es von meiner Seite definitiv nicht, ich betreibe normalen Content-Traffic, kein Gutschein- oder Incentive-Zeugs.
Meine Fragen:
– Habt ihr sowas schon erlebt? Wie seid ihr vorgegangen?
– Kann ich vom Netzwerk eine detailliertere Begründung einfordern, haben die da eine Pflicht?
– Lohnt sich hier ein längerer Schriftwechsel oder ist das Energie die man besser woanders reinsteckt?
Das geht um ca. 380 Euro, also nicht riesig aber auch nicht nichts. Und ich frag mich natürlich auch ob der Advertiser das öfter macht.
Danke schon mal
Kurze Frage dazu: hast du in deinen eigenen Logs noch die Klick-Daten aus dem Zeitraum? Also Sub-IDs, Timestamps, Referrer usw.? Das ist wichtig wenn du überhaupt irgendwas belegen willst. Ohne Eigendokumentation bist du auf die Netzwerkdaten angewiesen und die sind halt die Gegenseite im Streit.
Ich frag mich bei sowas immer ob man nicht mal grundsätzlich transparentere Stornoreporting-Pflichten für Netzwerke fordern sollte, also ne Art Mindeststandard. Aber ich weiß, ist Wunschdenken. Zur eigentlichen Frage: mach den Dispute, dokumentier alles, und wenn nach 4 Wochen nichts kommt, dann weißt du wie das Netzwerk tickt. Advertiser der sowas macht fliegt bei mir raus, egal wie gut die Provision war.
Da muss ich HorstBrinkmann oben ein bisschen widersprechen. Klar ist die Erfolgsquote nicht riesig, aber es kommt auch drauf an WIE man eskaliert. Wenn du einfach freundlich fragst passiert nix. Wenn du klar und dokumentiert auf das Dispute-Verfahren verweist und andeutest dass du den Fall öffentlich im Affiliate-Bereich sichtbar machen könntest, sieht das schon anders aus. Netzwerke wollen keine schlechte Presse bei Publishern.
Ich hab selbst mal einen ähnlichen Fall gehabt wo am Ende 60% der Stornos zurückgenommen wurden – nicht weil der Advertiser nett war sondern weil das Netzwerk Druck gemacht hat nachdem ich klar eskaliert hab. Man muss halt wissen wie man kommuniziert.
Ich hab zu dem Thema mal was aufgeschrieben im Kontext Cookie-Laufzeiten, wo ähnliche Tracking-Streitigkeiten auftauchen: Cookie-Laufzeit 30 vs. 90 Tage - wieviel Umsatz verliere ich dadurch? – passt nicht 1:1 aber das Grundproblem ist ähnlich: du hast keine echte Transparenz.
Bei Massenstornierungen ohne Begründung ist meine Erfahrung: meistens kommt da nichts Substanzielles zurück vom Advertiser. Die wissen, dass Affiliates selten eskalieren weil der Aufwand zu groß ist. Trotzdem würd ich es versuchen, allein schon um ein Muster zu dokumentieren.
Was ich außerdem empfehlen würde: schau mal in einschlägigen Foren und Gruppen ob der Advertiser öfter erwähnt wird in diesem Zusammenhang. Manchmal findet man da schnell raus ob das ein Einzelfall war oder Methode hat.