Hallo zusammen,
ich beschäftige mich jetzt seit einigen Monaten ernsthaft mit meiner ersten Affiliate-Seite und merke, dass ich beim Start nicht sorgfältig genug über den Namen und die Ausrichtung nachgedacht habe. Kurz gesagt: Ich möchte einen neuen Namen, ein anderes Logo, und auch die Zielgruppe etwas schärfer fokussieren.
Aber ich habe ein mulmiges Gefühl dabei. Die Seite läuft jetzt halbwegs stabil, ich habe erste Backlinks aufgebaut und einige Artikel ranken ganz ordentlich. Wenn ich jetzt alles umschmeiße – Domain wechseln, Design komplett neu, vielleicht auch URLs anpassen – was passiert dann mit dem bisherigen SEO?
Ich habe gelesen, dass man mit 301-Weiterleitungen arbeiten soll, aber ich bin mir nicht sicher wie aufwändig das in WordPress wirklich ist und ob Google das dann auch so schluckt wie versprochen. Gerade als jemand der noch nicht so tief drin ist, fühlt sich das alles sehr riskant an.
Hat hier jemand ein Rebranding bei einer laufenden Seite gemacht und kann sagen wie lange es gedauert hat, bis Google sich neu orientiert hat? Und gibt es Punkte wo man auf keinen Fall Fehler machen darf? Ich möchte das wenn dann lieber im Sommer angehen während der Urlaubszeit etwas ruhiger ist, damit ich Zeit habe alles sauber umzusetzen.
Danke für jeden Erfahrungsbericht!
Werner
Ich hab vor zwei Jahren eine Seite komplett umgebaut inkl. neuem Namen. Kurz zusammengefasst was bei mir funktioniert hat:
– Alte Domain nie aufgeben, mindestens 12 Monate weiterleiten (ich würde sagen eher länger)
– In WordPress geht das mit einem einfachen Redirect-Plugin, z.B. Redirection, das ist wirklich kein Hexenwerk
– Alle internen Links auf der neuen Domain direkt auf die neuen URLs setzen, nicht auf die Weiterleitungen verlassen
– Sitemap neu einreichen in der Search Console
Den Traffic-Einbruch hatte ich trotzdem – so 4-6 Wochen hat es gedauert bis Google sich stabilisiert hat. Danach war es wieder auf altem Niveau, sogar etwas besser weil die neue Ausrichtung klarer war.
Den Sommer find ich ehrlichgesagt nicht ideal, weil du weniger Feedback bekommst wenn weniger Leute auf der Seite sind. Aber wenn du die Zeit hast alles sauber aufzusetzen, kann das Argument auch andersrum gelten. Kommt drauf an was du priorisierst. Viel Erfolg jedenfalls, Werner!
Aus meiner IT-Zeit kenn ich das Prinzip: Systemmigration macht man nie "einfach so", immer mit Rollback-Plan. Für deine Seite heißt das konkret – alte Domain als dauerhafte Weiterleitung behalten und nie aufgeben. Was Markus schreibt zum Plugin stimmt, das Redirection-Plugin für WordPress ist stabil und macht das gut handhabbar.
Ein Punkt den ich noch ergänzen würde: Backlinks sind das eine, aber vergiss nicht externe Erwähnungen ohne Link – in Foren, in sozialen Netzwerken usw. Die lassen sich nicht weiterleiten. Das ist der stille Reichweitenverlust den die wenigsten auf dem Schirm haben.
Ich selbst hatte ähnliche Überlegungen als ich meine Seite erweitert habe, hab mich dann aber dagegen entschieden die Domain anzufassen. Ob sich ein kompletter Wechsel wirklich lohnt hängt stark davon ab wie alt die Domain ist und wie viele Backlinks du wirklich drauf hast – hast du das mal in der Search Console geprüft?