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Vertikal vs. horizontal skalieren – welche Strategie hat mehr Substanz?

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ThomasBreuer
Beiträge: 3
Themenstarter
(@thomasbreuer)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#40]

Ich beschäftige mich gerade intensiver mit der Frage, wie ich mein bestehendes Affiliate-Setup skalieren soll, und stoße dabei immer wieder auf zwei grundsätzlich verschiedene Empfehlungen: vertikal (bestehende Kanäle tiefer ausbauen, mehr Budget in laufende Kampagnen, bestehende Seiten weiter optimieren) oder horizontal (neue Nischen, neue Kanäle, neue Zielgruppen).

Das Problem: Die meisten Beiträge dazu sind komplett meinungsbasiert. "Mach lieber vertikal, erstmal eine Sache richtig" vs. "Diversifizierung ist der Schlüssel". Klingt gut, aber wo sind die Daten?

Mich würde konkret interessieren: Hat jemand das wirklich systematisch verglichen? Also z.B. gleiche Budgeterhöhung einmal in vertikale Vertiefung gesteckt und einmal in neue Kanäle – und dann geschaut, was nach 60-90 Tagen wirklich mehr gebracht hat? ROAS, Conversion-Rate, organische Reichweite, whatever.

Ich vermute, dass die Antwort stark von der Ausgangssituation abhängt – aktuelle Conversion-Rate, Traffic-Qualität, Nischensättigung. Aber genau das wird in den meisten Threads nicht aufgedröselt. Man bekommt eine Pauschalempfehlung ohne Kontext.

Sommerzeit ist ja bei vielen eh ruhiger, vielleicht der richtige Moment um sowas sauber zu testen statt blind zu skalieren. Was habt ihr konkret gemessen, und unter welchen Ausgangsbedingungen?


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4 Antworten
Marcus K.
Beiträge: 6
(@marcus8978)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Aus meiner Erfahrung beim Aufbau von SaaS-Partnerprogrammen würde ich das noch aus einer anderen Ecke beleuchten: Die Frage vertikal vs. horizontal hängt auch massiv davon ab, wie stark dein persönliches Branding bereits als Vertrauensanker funktioniert.

Wenn ich horizontal in neue Nischen gehe, aber dort kein Markensignal existiert, konvertiere ich schlechter – selbst bei identischem Angebot. Das ist keine Meinung, das sehe ich in meinen Partnerschaftsdaten regelmäßig. Neue Kanäle ohne Branding-Substanz kosten überproportional viel Anlaufzeit.

Vertikale Skalierung auf einem Kanal, wo Vertrauen schon aufgebaut ist, performt in meinen Setups oft schneller. Klar, das ist auch kein universelles Gesetz. Aber den Branding-Faktor würde ich nicht aus der Gleichung rauslassen, wenn man diese Entscheidung datenseitig fundieren will. Hab dazu auch schon länger diskutiert, falls das jemanden interessiert.


Antwort
S.Hoffmann37
Beiträge: 4
(@s-hoffmann37)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ehrlich gesagt bin ich bei der ganzen Frage etwas skeptisch was den Vergleich angeht – die Ausgangsvariablen sind bei jedem so unterschiedlich, dass ein direkter A/B-Vergleich kaum sauber zu kontrollieren ist. Nischensättigung, Saisonalität (wir haben gerade Sommer, was bei manchen Nischen komplett andere Zahlen produziert als im Oktober), Wettbewerbssituation... das alles verändert die Messung.

Ich hab übrigens im Sommer-Erfolgsstorys-Thread schon drüber geschrieben, dass saisonale Effekte häufig unterschätzt werden. Wenn du jetzt testest und im September auswertest, weißt du nicht ob du vertikale Skalierung bewertest oder einfach Saisonalität gemessen hast.

DSGVO-konformes Tracking wäre dabei auch nicht ganz unwichtig – je nachdem welche Tools du einsetzt, hast du möglicherweise Datenlücken die dein Ergebnis verzerren.


Antwort
Markus_K79
Beiträge: 2
(@markus_k79)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Gute Frage, die ich mir selbst auch schon gestellt habe – und ehrlich gesagt gibt es in diesem Forum erschreckend wenig dazu, was über Bauchgefühl hinausgeht.

Ich hab das vor einigen Monaten zumindest ansatzweise getestet: Zwei thematisch ähnliche Projekte, vergleichbare Ausgangslage, ähnliche monatliche Besucherzahlen. Bei einem hab ich das Budget für bezahlte Links und Content-Produktion erhöht (vertikal), beim anderen gleichzeitig eine neue Unterkategorie mit eigenem Tracking aufgebaut (horizontal). Nach 75 Tagen war der vertikale Ansatz im ROAS deutlich vorne – aber nur weil die Basis-Conversion-Rate schon solide war. Wo die Seite noch konvertiert hat wie eine Anfängerseite, hat horizontal nichts gebracht, weil das grundlegende Problem nicht gelöst war.

Meine Lesart: Vertikale Skalierung ist nur dann sinnvoll, wenn die Metriken der Basis wirklich gut sind. Sonst skalierst du Probleme mit. Hab das auch im Produktbewertungsseiten-Thread schon angerissen – Conversion hängt extrem vom Format ab, und das beeinflusst welche Richtung Sinn macht.

Aber ich würde nicht pauschalisieren. Was sind bei dir aktuell die Conversion-Rates auf den bestehenden Kanälen?


Antwort
Markus_K_1986
Beiträge: 4
(@markus_k_1986)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das pragmatisch: Die meisten die ich kenne, die horizontal zu früh gegangen sind, haben einfach ihre Aufmerksamkeit verteilt bevor die Basis stand. Das ist kein Datenproblem, das ist ein Mindset-Problem. Man will wachsen, also streut man – aber eigentlich flüchtet man vor dem mühsamen Optimierungswork auf dem bestehenden Kanal.

Steuerlich ist das übrigens auch interessant: Mehrere parallele Projekte mit eigenen Strukturen können sinnvoll sein, aber das erhöht die Komplexität bei der Buchführung enorm. Nur am Rande.


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