Hallo zusammen,
ichmal eine Frage die mich schon länger beschäftigt. Ich betreibe seit ca. zwei Jahren eine Affiliate-Seite auf WordPress und überlege jetzt ernsthaft, das Ganze auch auf Englisch und vielleicht noch Französisch auszuweiten. Mehr Traffic, mehr Reichweite, das liegt ja nahe.
Die Frage ist aber: wie macht man das technisch am sinnvollsten? Ich sehe im Wesentlichen drei Optionen:
1. Ein Übersetzungs-Plugin wie WPML oder Polylang direkt in die bestehende Installation einbauen
2. Für jede Sprache eine eigene Subdomain (en.meinedomain.de, fr.meinedomain.de)
3. Unterordner (/en/, /fr/) manuell oder per Plugin organisieren
Ich bin kein Entwickler, also muss das auch für jemanden mit normalem WordPress-Kenntnisstand handhabbar bleiben. Was mich zusätzlich beschäftigt: wie verhält sich das mit dem SEO? Hreflang-Tags, Canonical-Probleme usw. – das klingt alles ein bisschen nach Minenfeld wenn man das falsch aufzieht.
Hat hier jemand Erfahrung mit so einer Umstellung bei einer laufenden Affiliate-Seite? Was würdet ihr nehmen und warum? Gab es Probleme beim Tracking oder bei den Affiliate-Links selbst nach der Umstellung?
Freue mich über jeden Hinweis, danke schon mal!
S. Weber
Technisch sauberste Lösung: Unterordner mit WPML, Hreflang korrekt gesetzt, x-default nicht vergessen. Das ist Standard.
Aber ich muss hier mal ne andere Perspektive einbringen: lohnt sich das für eine Affiliate-Site wirklich? Englisch klingt nach mehr Traffic, ist aber auch massiv mehr Konkurrenz. Deutsche Nischenseiten haben oft deutlich bessere Conversion-Rates weil die Konkurrenz geringer ist. Bevor du Monate in die technische Umstellung steckst würde ich erstmal durchrechnen ob der ROI da überhaupt stimmt.
DigitalProfi hat einen wichtigen Punkt. Ich kenne Leute die monatelang an mehrsprachigen Setups gebaut haben und am Ende weniger verdient haben als vorher weil sie die Kernseite vernachlässigt haben.
Zur reinen Technik: wenn du WPML nimmst, achte auf die Lizenz. Die Jahresgebühr wird manchmal übersehen und wenn du nicht verlängerst bekommst du keine Updates mehr – das kann bei WP-Versionssprüngen problematisch werden. Ich hab das mal bei einem anderen Projekt am Rande mitbekommen wo Drittanbieter-Abhängigkeiten plötzlich zum Problem wurden.
Polylang Pro ist günstiger und für die meisten Affiliate-Setups vollkommen ausreichend.
Kurze Ergänzung zum Impressum-Thema das dabei oft vergessen wird: bei mehrsprachigen Seiten brauchst du technisch gesehen für jede Sprachversion ein zugängliches Impressum in der jeweiligen Sprache (zumindest wenn du deutsche Nutzer ansprichst). Ich hab dazu mal was im Impressum-Thread geschrieben, könnte relevant sein.
Zur technischen Frage selbst: Unterordner würde ich auch bevorzugen. Subdomains klingen erstmal ordentlicher, aber Google behandelt die im Zweifelsfall wie eigene Sites, und du fängst quasi von vorne an Autorität aufzubauen. Das willst du nicht wenn du bereits Rankings hast.
Ich hab mich vor einer Weile mit dem Thema Gewerbe und rechtlichem Aufbau beschäftigt (da geht es auch immer um Struktur), aber technisch kann ich hier tatsächlich was beitragen.
WPML ist der de-facto-Standard, aber der kostet und ist nicht gerade schlank. Polylang in der kostenlosen Version reicht für einfache Setups, stößt aber bei komplexeren Strukturen schnell an Grenzen.
Mein klarer Rat für jemanden ohne Entwickler-Hintergrund: Unterordner per Plugin, also die /en/ und /fr/ Variante. Das ist aus SEO-Sicht am unproblematischsten, weil die Domain-Autorität nicht aufgesplittet wird wie bei Subdomains. Hreflang funktioniert dabei auch am zuverlässigsten, wenn das Plugin das korrekt ausgibt – bei WPML ist das standardmäßig drin, bei Polylang muss man kurz nachschauen ob die Pro-Version nötig ist.
Beim Tracking würde ich nach der Umstellung unbedingt alle Affiliate-Links manuell durchklicken und schauen ob die Weiterleitungen noch sauber laufen. Hatte selbst schon Fälle wo ein Plugin die URL-Struktur verändert hat und die Links dann 404 gaben.