Ich war in einem ähnlichen Fall mal drin, vor ein paar Jahren. Das Netzwerk hatte einen Algorithmus-Fehler, der mehrere Accounts grundlos als 'suspicious' markiert hat. Nach ca. einer Woche und mehreren Nachrichten kam dann doch eine Antwort und der Account wurde reaktiviert.
Wichtig: Lass dir den genauen Verstoß schriftlich bestätigen. Wenn die dir das nicht nennen können oder wollen, ist das schon mal ein Hinweis darauf dass da eventuell ein technischer Fehler dahintersteckt. Ich würde auch parallel anfangen, deine wichtigsten Programme über ein zweites Netzwerk abzusichern – nicht als Druckmittel, sondern einfach um nicht vollständig blockiert zu sein während du auf Antwort wartest.
Ich hab sowas bei einem WordPress-Projekt mal indirekt miterlebt – ein Caching-Plugin hatte Tracking-Parameter zerschossen und dadurch kam es zu komischen Conversion-Mustern die automatisch als Fraud geflgagt wurden. Klingt absurd, aber technische Ursachen auf Publisher-Seite können manchmal sowas triggern auch wenn man selbst nichts 'falsch' gemacht hat.
Würde empfehlen, in der Kommunikation mit dem Netzwerk von Anfang an nach den konkreten Daten zu fragen die zur Sperrung geführt haben – welche Conversions, welche URLs, welcher Zeitraum. Die müssen das ja intern irgendwo dokumentiert haben. Wenn sie dir das verweigern, ist das schon fast ein Zeichen dafür dass es auf ihrer Seite keinen handfesten Grund gibt.
Zur rechtlichen Frage kurz und sachlich: Ausstehende Provisionen verjähren nicht durch eine Account-Sperrung. Du hast grundsätzlich einen Anspruch auf Vergütung für erbrachte Leistungen, das ist vertragsrechtlich relativ eindeutig.
Wenn das Netzwerk nicht zahlt, wäre der nächste Schritt eine formelle Zahlungsaufforderung mit Fristsetzung (ich würde 14 Tage setzen). Zahlen sie danach immer noch nicht, könnte ein Mahnbescheid der nächste Schritt sein – das geht online und kostet wenig. Für 380 Euro lohnt sich das durchaus, auch wenn es nervig ist.
Allerdings: Prüf vorher unbedingt die AGB zur Auszahlung bei 'Vertragsverstoß'. Manche Netzwerke haben da Klauseln die sie berechtigen, ausstehende Beträge einzubehalten. Ob solche Klauseln rechtlich wirksam sind ist eine andere Frage, aber es beeinflusst wie aufwändig das Ganze wird.
Hallo Stefan,
so etwas ist leider keine Seltenheit, ich habe ähnliches schon von Kollegen gehört. Die Netzwerke sind bei solchen Entscheidungen oft sehr intransparent, was ich persönlich für problematisch halte – gerade wenn ausstehende Vergütungen im Spiel sind.
Zur rechtlichen Seite: Ausstehende Provisionen für bereits erbrachte Leistungen (also Conversions die vor der Sperrung stattgefunden haben) sind grundsätzlich eine Forderung, die dir zusteht. Eine Sperrung des Accounts hebt diese Forderung nicht einfach auf. Das würde ich schriftlich – per E-Mail mit Lesebestätigung oder per Einschreiben – gegenüber dem Netzwerk geltend machen und eine Frist setzen.
Ich habe mich im Zusammenhang mit Datenschutzfragen schon öfter mit den AGB solcher Netzwerke befasst, z.B. in diesem Thread hier über Datenschutz bei Affiliate-Links. Die AGB enthalten oft Klauseln zur Auszahlung bei Kündigung oder Sperrung – schau dort unbedingt nach, was genau drinsteht.
Geduld und dokumentiertes Vorgehen sind jetzt das Wichtigste.