Hallo zusammen,
als ehemaliger IT-Lehrer teste ich aktuell verschiedene CMS-Systeme für meine Affiliate-Nischen – WordPress, aber auch andere Plattformen. Das macht Hardware notwendig: Zusatzmonitor, ergonomischer Stuhl, etwas bessere Internetleitung für stabile Test-Umgebungen. Außerdem laufen auf meinem Rechner teils mehrere Instanzen parallel, was auch Kühlungsmaßnahmen erfordert.
Meine Frage: Wie behandelt das Finanzamt solche Anschaffungen 2026? Kann ich einen neuen Monitor (ca. 300€) komplett absetzen, oder muss ich ihn über mehrere Jahre abschreiben? Der Stuhl war etwa 800€. Und wie sieht's mit der erhöhten Stromrechnung aus – kann ich da einen angemessenen Prozentsatz geltend machen, wenn ich einen Raum zu 100% fürs Homeoffice nutze?
Ferner interessiert mich: Gibt es Unterschiede in der Behandlung, wenn diese Infrastruktur teils auch für private Recherche oder Lerninhalte genutzt wird? Ich möchte da auf der sicheren Seite stehen.
Danke für eure Erfahrungen!
Guter Punkt, Klaus. Bei deinen Anschaffungen musst du zwischen zwei Kategorien unterscheiden: Gegenstände unter 800€ können sofort als Betriebsausgabe abgesetzt werden (Sofortabschreibung), darunter fällt dein Monitor. Der Stuhl mit 800€ sitzt genau an der Grenze – exakt 800€ könnte noch rein, über 800€ muss er über mehrere Jahre abgeschrieben werden (meist 13 Jahre bei Möbeln).
Die Stromrechnung ist trickier: Wenn du den Raum zu 100% beruflich nutzt, darfst du einen anteiligen Stromkostenabzug vornehmen. Das ist aber keine Pauschale – du brauchst eine nachvollziehbare Berechnung (Raumgröße × Quadratmeterpreis). Viele Berater nehmen hier pauschal 10–15% der Gesamtstromkosten. Bei gemischter Nutzung wird es grenzwertig – das Finanzamt könnte argumentieren, dass private Anteile mitlaufen.
Fachlich sauberer: Dokumentiere klar, welche Hardware zu welchem Zweck genutzt wird. Wenn der Monitor und Stuhl ausschließlich für CMS-Tests und Affiliate-Projekte gedacht sind, dann fällt das unter Betriebsvermögen. Allzu viel private Recherche solltest du nicht damit verbinden – oder zumindest nicht gleichzeitig dokumentieren. Grauzone bleibt, aber mit klaren Aufzeichnungen fahrt ihr besser.
Ich persönlich nutze für sowas immer das 800€-Limit als Orientierung – darunter absetzen, drüber abschreiben. Bei deinem Stuhl würde ich schauen, ob ich ihn knapp drunter bekommen kann oder ob eine Komplettrenovierung des Arbeitsbereichs wirtschaftlicher ist (dann kann der ganze Bereich als Betriebsausgabe laufen). Stromkosten sind mir ehrlich gesagt zu kompliziert – mein Steuerberater nimmt da pauschal 500€/Jahr bei einem dedizierten Homeoffice-Zimmer an.
Was ich anders sehe als Stefan: Mix aus privat und beruflich ist völlig normal und Finanzamt akzeptiert das, solange du nicht extrem dreist wirst. Ein Monitor nutzt du tagsüber fürs Projekt-Testing, nachts ggf. privat – okay. Aber ja, Dokumentation hilft. Belege aufheben, fertig.