Hey Leute,
jetzt wo der Sommer läuft und die meisten Nischen entweder explodieren (Reise, Outdoor, Garten) oder komplett einschlafen (Versicherungen, B2B-Kram), frage ich mich mal wieder, wie ihr eure Traffic-Budgets aufteilt.
Ich vergleiche seit Jahren SEO- und PPC-Ansätze quer durch verschiedene Affiliate-Projekte und merke immer wieder: der Sommer ist für beides ein Sonderfall. Organisch schläft Google irgendwie mit – Rankings ändern sich kaum, aber der Intent der Nutzer verschiebt sich massiv. Gleichzeitig sind CPC-Preise in manchen Nischen jetzt deutlich günstiger, weil weniger Werbetreibende aktiv sind.
Meine aktuelle Beobachtung: Für kurzfristige Sommeraktionen rechnet sich PPC bei mir deutlich besser, weil ich keine drei Monate warten will bis Inhalte ranken. Aber der ROI bricht nach der Kampagne sofort ein – kein nachhaltiger Effekt.
SEO dagegen ist träge, aber der organische Traffic im Herbst profitiert von dem, was ich jetzt aufbaue.
Meine Fragen konkret:
- Wie kalkuliert ihr den ROI bei PPC-Sommerkampagnen? Habt ihr Richtwerte für Break-Even?
- Baut ihr SEO-Content im Sommer auch auf spätere Saisonpeaks vor?
- Gibt es Tools, die euch helfen beide Kanäle sauber gegeneinander zu benchmarken?
Bin gespannt auf echte Zahlen oder Erfahrungen, nicht auf Theorie aus irgendeinem Kurs.
Ich mache das seit Jahren so: Sommer ist für mich PPC-Testphase und SEO-Aufbauphase gleichzeitig – klingt aufwendig, ist aber strategisch sinnvoll.
Konkret: Mit PPC teste ich im Sommer Keyword-Cluster, die ich organisch noch nicht bediene. Wenn ein Cluster über 4-6 Wochen profitabel läuft (ich rechne mit mind. 150% ROI nach Traffic-Kosten, sonst lohnt sich der Aufwand nicht), baue ich dafür gezielt SEO-Content auf – mit dem Ziel, den bezahlten Traffic ab Herbst schrittweise zu ersetzen.
Das funktioniert bei mir in Nischen mit klaren Saisonpeaks sehr gut. Im Branding-Thread hatte ich das schon mal angesprochen: Wichtig ist dabei, dass Botschaft und Angebot über beide Kanäle konsistent bleiben, sonst leidet die Conversion wenn Nutzer später über organisch kommen und ein anderes Erlebnis haben.
Für das Benchmarking nutze ich eine simple Tabelle: CPL/CPA aus PPC vs. geschätzte organische Kosten (Stunden x Stundensatz + Toolkosten). Kein Tool ersetzt das bisher wirklich zufriedenstellend – Semrush und Ahrefs geben Anhaltspunkte, aber die Traffic-Wert-Schätzungen sind oft Fantasiezahlen.
Break-Even im PPC: Ich setze 30 Tage als Testzeitraum. Wenn nach 30 Tagen kein positiver ROAS, pausiere ich und wechsle Budget in Content.
Ehrlich gesagt übersteigt das meinen aktuellen Erfahrungsstand – ich bin noch dabei zu verstehen, wie man PPC überhaupt sauber von SEO-Kosten trennt, auch steuerlich. Da wäre ich schon froh wenn das jemand mal grundsätzlich erklärt.