Hallo zusammen,
ich bin nach längerer Abstinenz wieder zurück und versuche gerade, mich mit modernen Tracking-Methoden vertraut zu machen. Nach meiner Pause hat sich da ja einiges getan – serverseitiges Tracking, cookielose Lösungen, all das.
Jetzt stolper ich aber über eine Frage, die mir rechtlich wirklich Kopfzerbrechen macht: Wie sieht das eigentlich datenschutzrechtlich aus, wenn ich Affiliate-Kampagnen über serverseitiges Tracking auswerte? Also wenn die Daten nicht mehr clientseitig im Browser landen, sondern direkt Server-zu-Server weitergegeben werden?
Ich dachte erst, das sei datenschutzfreundlicher und damit unproblematischer – aber dann habe ich gelesen, dass trotzdem personenbezogene Daten verarbeitet werden können (IP-Adressen, Nutzerkennungen usw.) und man das trotzdem in der Datenschutzerklärung abbilden muss. Und was ist mit der Einwilligung? Brauche ich noch einen Cookie-Banner, wenn technisch gar keine Cookies mehr gesetzt werden?
Ich frage mich auch: Gibt es mittlerweile Musterdatenschutzerklärungen speziell für Affiliate-Setups mit serverseitigem Tracking, oder muss ich das individuell durch einen Anwalt abklären lassen?
Bin für jeden Erfahrungsbericht oder Hinweis dankbar – gerade wo ich versuche, die Technik und das Rechtliche gleichzeitig auf den neuesten Stand zu bringen.
Kurze Antwort aus der Praxis: Serverseitiges Tracking ist datenschutzrechtlich nicht automatisch "sicherer" – das ist ein Irrglaube, der mich auch erstmal Zeit gekostet hat. Die Einwilligungsfrage hängt nicht daran, ob Cookies gesetzt werden, sondern ob personenbezogene Daten verarbeitet werden. Und IP-Adressen oder pseudonyme User-IDs fallen da meistens drunter.
Cookie-Banner rein technisch weglassen weil "keine Cookies" – das wäre ein Fehler. Die DSGVO schaut auf die Datenverarbeitung, nicht auf das Speichermedium.
Was ich konkret gemacht habe: Datenschutzerklärung komplett neu aufsetzen lassen mit explizitem Abschnitt zum serverseitigen Tracking und den jeweiligen Netzwerken als Auftragsverarbeiter benennen. Kostete mich einmalig 300-400 Euro beim Anwalt, aber ich schlaf ruhiger damit.
Musterdatenschutzerklärungen speziell für Affiliate-S2S-Setups kenne ich ehrlich gesagt keine seriösen. Da würd ich nicht sparen – zu viele individuelle Variablen je nach Netzwerk und Setup.