Hallo zusammen,
ich mache mir gerade Gedanken darüber, was ich als Affiliate eigentlich alles als Betriebsausgaben ansetzen kann. Ich bin noch nicht so lange dabei und hab das Thema bisher ein bisschen vor mir hergeschoben, aber jetzt wo ich mehr Einnahmen generiere, wird's langsam ernst.
Ich hab zum Beispiel diesen Sommer mehrere Tools abonniert, die ich für meine Arbeit brauche – SEO-Tools, ein paar Plugin-Lizenzen, sowas in der Art. Dazu kommen noch Kosten für mein Hosting und ab und zu Ausgaben für Stock-Bilder oder Canva-Abo.
Aber was ist mit Sachen, die nicht so eindeutig sind? Ich hab mir neulich ein neues Headset gekauft, weil ich angefangen hab, auch Audio-Content zu produzieren. Kann ich das komplett absetzen oder nur anteilig? Und wie ist das mit einem Laptop, den ich sowohl privat als auch für die Arbeit nutze?
Außerdem frag ich mich, ob Weiterbildungskosten absetzbar sind – ich hab ein Online-Kurs-Paket für Affiliate-Marketing gekauft, das war nicht ganz günstig.
Mein Steuerberater hat mir bisher noch nicht wirklich konkrete Antworten gegeben, der war irgendwie schwer erreichbar zuletzt. Vielleicht hat hier jemand praktische Erfahrungen, was das Finanzamt problemlos akzeptiert und wo man aufpassen muss? Würd mich über jeden Hinweis freuen.
Da hat Marcus-Lehmann recht mit dem Protokoll. Klingt nach Aufwand, ist es aber nicht wirklich.
Ich nutz dafür eine simple Tabelle in Google Sheets – Datum, Gerät, Zweck, Dauer. Nach nem Monat haste ne solide Grundlage und kannst ne realistische Aufteilung ableiten. Das kostet vielleicht einmal 30 Minuten Einrichtung.
Weiterbildungskosten sind meiner Erfahrung nach das, was am wenigsten Probleme macht – solange der Kurs zum Business passt. Affiliate-Marketing-Kurs als Affiliate? Volltreffer, würd ich sagen.
Beim Headset würd ich einfach den Kaufbeleg aufheben und ne kurze Notiz machen, wofür du's nutzt (Audio-Content-Produktion). Das reicht meistens schon als Dokumentation. Ich mach das so für praktisch jede Ausgabe die grenzwertig aussehen könnte – kurze Notiz dazu, fertig.
Ich ergänze noch kurz zum Thema Laptop: Ich hab meinen damals mit 60% beruflich angesetzt und das einfach so dokumentiert, dass ich aufgeschrieben habe, wofür ich ihn typischerweise nutze. Hat beim Finanzamt keine Probleme gemacht. Wichtig ist halt, dass du das nicht einfach aus der Luft greifst, sondern irgendwie begründen kannst.
Was deinen Steuerberater angeht – wenn der schlecht erreichbar ist und dir keine konkreten Antworten gibt, würde ich ernsthaft über einen Wechsel nachdenken. Ich hab selbst gemerkt, dass gute Beratung da wirklich einen Unterschied macht, gerade wenn man nebenbei noch andere Einnahmequellen hat. Das kostet zwar, aber das läuft ja auch als Betriebsausgabe durch. 😉
Die Grundregel ist eigentlich recht simpel: Alles, was du nachweislich für dein Business brauchst, ist absetzbar. Tools, Hosting, Lizenzen – da macht das Finanzamt in der Regel keine Probleme, solange du Belege hast.
Bei gemischt genutzten Geräten wie Laptop oder Headset wird's etwas komplizierter. Der Standard ist oft eine 50/50-Aufteilung privat/beruflich, aber du kannst auch eine andere Aufteilung begründen, wenn du sie dokumentierst. Bei Geräten über 800 Euro netto musst du die Abschreibung auf mehrere Jahre verteilen (GWG-Grenze beachten).
Weiterbildung für dein eigentliches Tätigkeitsfeld? Das geht fast immer durch. Ein Kurs über Affiliate-Marketing, wenn du Affiliate bist – da sehe ich kein Problem.
Ich hab übrigens hier mal was zur Kleinunternehmerregelung vs. Vollgewerbe geschrieben, falls du da noch unsicher bist – das hat auch Auswirkungen darauf, wie du Ausgaben steuerlich behandelst.