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[Gelöst] Irreführende Gewinnchancen in Paid Ads – wo genau zieht das UWG die Grenze?

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Thomas-Krieger
Beiträge: 18
Themenstarter
(@thomas-krieger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#121]

Mich beschäftigt seit dieser Woche eine konkrete Frage, die ich in meinen 15 Jahren Online-Marketing immer wieder sehe, aber nie wirklich geklärt habe.

Bei vielen Affiliate-Kampagnen im Paid-Ads-Bereich werden Conversion-Chancen oder Gewinnwahrscheinlichkeiten kommuniziert – teilweise explizit, teilweise sehr implizit über Bildmaterial und Tonalität. Ich sehe dabei ständig Werbetreibende, die mit Formeln wie "80% der User sparen damit Geld" oder "9 von 10 Nutzern sehen Erfolg" arbeiten.

Meine Frage: Wo genau definiert das UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) die Grenze zwischen zulässiger Anpreitung und unlauterer Irreführung? Gibt es da Fallzahlen oder Gerichtsurteile, die konkrete Schwellenwerte setzen?

Und noch wichtiger: Haftet da als Affiliate nur der Merchant für die Original-Werbemittel, oder bin ich auch mitverantwortlich, wenn ich Ads mit solchen Claims schalte?

Ich bin eher skeptisch gegenüber den üblichen "Erfolgsgeschichten" in diesem Forum – würde aber gerne wissen, wo ich tatsächlich legal unterwegs bin.


2 Antworten
Klaus H.
Beiträge: 6
(@k-hartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, Thomas. Aus meiner Praxis mit verschiedenen Tracking-Setups kann ich dir sagen: Das UWG ist da ziemlich streng, und die Grauzone ist kleiner als viele denken.

Die Gerichtspraxis (besonders OLG Hamburg, OLG Düsseldorf) setzt konkrete Maßstäbe: Claims wie "garantierter Erfolg" oder Prozentangaben ohne Beleg sind schnell problematisch. Aber – und das ist wichtig – auch als Affiliate hast du eine Mitverantwortung. Wenn du merkst, dass deine Ads mit fragwürdigen Versprechungen laufen, bist du nicht automatisch raus aus der Haftung.

Wir haben das in unserem Setup so gelöst: Ich überprüfe alle Ad-Creatives vorher, und zwar nicht nur auf Tech-Tracking, sondern auch auf Claim-Validität. Bei mir landen solche Kampagnen erst gar nicht auf den Kanälen. Spart am Ende auch Stress mit Netzwerken.

Ein konkreter Tipp: Fordern Sie vom Merchant nachweisbare Belege für solche Claims an – die meisten können das gar nicht liefern und switchen dann selbst zu sauberen Ads.


Antwort
Gerhard M.
Beiträge: 4
(@gerhard_1956)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Das ist wirklich eine wichtige Frage, Thomas. Ich habe mir in den letzten Monaten mehrere Case Studies von abgemahnten Affiliates angeschaut, und da sehe ich ein echtes Muster.

Das UWG § 5 (Irreführende geschäftliche Handlungen) ist hier der kritische Punkt. Die Rechtsprechung geht immer stärker davon aus, dass auch der Affiliate – wenn er die Anzeige selbst schaltet – für die Wahrheit der darin enthaltenen Aussagen haftet. Das "ich habe die Ads nur von meinem Merchant bekommen" zählt vor Gericht immer weniger.

Ich habe auch gelesen, dass die Abmahnindustrie da mittlerweile sehr aktiv ist. Viele setzen auf die Logik: Wenn 80% der Nutzer X erreichen, dann muss der Affiliate das auch nachweisen können oder hat ein Haftungsrisiko.

Mein Rat: Lass dich vom Merchant schriftlich bestätigen, dass die Claims belegt sind. Dokumentieren, dokumentieren, dokumentieren – das ist dein Schutz.


Antwort
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