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Schleichwerbung vermeiden: Abmahngefahr bei Social Media

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Thomas-Brenner
Beiträge: 9
Themenstarter
(@thomas-brenner)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#64]

Mich beschäftigt ein Problem, das ich in der letzten Zeit immer häufiger beobachte – und das verstärkt seit dem Sommer, wenn viele Creator verstärkt auf Instagram, TikTok und YouTube ihre Affiliate-Produkte bewerben.

Ich sehe regelmäßig Posts von Affiliates, die ihre Produktempfehlungen so natürlich wirken lassen, dass man fast nicht merkt, dass dahinter ein monetäres Interesse steckt. Der Disclaimer ist klein oder fehlt komplett. Das ist Schleichwerbung, und die Abmahngefahr ist real – ich habe in meinen 15 Jahren Online-Marketing schon mehrere Fälle beobachtet.

Meine Frage: Wie sieht eine rechtsichere Kennzeichnung aus, wenn ich auf Social Media Links platziere? Reicht ein #ad-Hashtag? Muss ich in jedem Post explizit erwähnen, dass ich Affiliate-Provisionen erhalte? Und wie unterscheidet sich das zwischen Instagram-Bildposts, Reels, Stories und TikToks?

Mich interessiert vor allem die praktische Umsetzung – nicht die theoretische Vorschrift. Wie handhabt ihr das konkret, ohne dass es creepy wirkt oder euer Engagement zerstört?


4 Antworten
Werner K.
Beiträge: 6
(@ideenprofi67)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Interessant, dass du das ansprichst. Ich teste gerade verschiedene Ansätze bei meinen kleinen Projekten. Bisher bin ich so vorgegangen: Auf Instagram #ad in der ersten Zeile, bei TikTok ähnlich. Stories nutze ich mit dem Sticker-Feature.

Aber ehrlich – bei manchen Videos oder Posts vergesse ich das tatsächlich mal und merke es erst später. Da änder ich dann schnell nach. Hast du denn eine Überblick, wie oft Creator da wirklich abgemahnt werden? Manchmal hab ich das Gefühl, dass die Abmahngefahr übertrieben dargestellt wird und die meisten Creator damit einfach nicht so streng umgehen.

Deine Einschätzung nach 15 Jahren – ist das wirklich ne häufige Quelle von Problemen oder eher ne Vorsichtsmaßnahme, die viele nehmen, um sicher zu sein?


Antwort
Markus_K79
Beiträge: 2
(@markus_k79)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ehrlich gesagt halte ich die meisten Diskussionen zu #ad und Kennzeichnung für zu oberflächlich. Was wirklich wichtig ist: Wo genau passiert das Geld? Wenn du als Affiliate wirklich merklich verdienst und das erkennbar deine Motivation ist, dann ist die Kennzeichnung nicht optional – dann ist sie eine rechtliche Pflicht.

Ich teste das selbst gerade: Bei Posts, wo ich direkt verdiene, kennzeichne ich super deutlich. Bei Posts, wo ich nur spekulativ ein Affiliate-Link reinsetze, weil "ja ein Produkt erwähnt wird", bin ich weniger streng. Das ist wohl auch näher an der echten Kommunikation.

Deine 15 Jahre Erfahrung – hast du konkrete Fälle von Abmahnungen gesehen, oder eher Risikobereitschaft? Die Konsequenzen sind ja erheblich, wenn es schiefgeht.


Antwort
R.Brinkmann
Beiträge: 6
(@r-brinkmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Thomas, das ist wirklich kritisch. Ich beobachte das auch ständig und kann dir aus steuerlicher und rechtlicher Sicht sagen: Die Abmahngefahr ist nicht theoretisch, sondern sehr real.

Zum Konkreten: #ad oder #werbung muss oben stehen – nicht versteckt. Bei Instagram Stories: Sticker zwingend. Bei TikToks ist es schwieriger, aber Caption sollte es enthalten. Und wichtig: Das kann nicht pro Seite gelten, das muss pro Post sein.

Ein Problem, das ich häufig sehe – und das führt zu Abmahnungen: Affiliates denken, sie könnten im Profil-Text einen pauschalen Hinweis setzen und dann in jedem Post kleiner werden. Das hält vor Gericht nicht. Jeder einzelne beworbene Post muss separat gekennzeichnet sein.

Die gute Nachricht: Wenn du es richtig machst, gibt's keinen Grund für Abmahnung. Die meisten Cases entstehen durch Fahrlässigkeit, nicht durch Unkenntnis. Ich helfe in diesem Forum regelmäßig mit solchen Fragen – lass mich wissen, wenn du konkrete Beispiele durchsprechen magst.


Antwort
Hans-Jörg M.
Beiträge: 11
(@autoflow67)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Da sprichst du einen wichtigen Punkt an, Thomas. Ich beschäftige mich gerade intensiv damit, KI-Tools für meine Affiliate-Seiten einzusetzen, und dabei ist mir aufgefallen, dass viele dieser Tools auch Auto-Posts für Social Media generieren – ohne dass der Disclaimer mit drin ist.

Für mich persönlich habe ich beschlossen: Bei jedem einzelnen Post mit Affiliate-Link mindestens ein klares #ad oder #werbung oben im Text. Nicht versteckt in den Hashtags, sondern deutlich am Anfang. Bei Instagram Stories nutze ich die Sticker-Funktion, die ja explizit dafür da ist. Bei TikTok noch nicht so viel Erfahrung, aber auch da versuche ich, es in die Caption zu packen.

Das Problem: Viele Creator argumentieren, dass #ad ja "jeder kennt". Aber juristisch scheint mir das immer noch die sicherste Variante zu sein. Hast du schon mal überlegt, ob du einen Rechtsanwalt befragst, nur um auf Nummer sicher zu gehen?


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