Ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema Kooperationen – aber von einer etwas anderen Seite als die meisten hier. Mich interessiert weniger die Frage "wie finde ich Partner", sondern: Wie bewertet man eingehende Kooperationsanfragen sinnvoll, ohne sich von oberflächlichen Metriken blenden zu lassen?
Im Sommer kommen bei mir erfahrungsgemäß mehr Anfragen rein – vielleicht weil viele gerade mehr Zeit haben oder ihre Projekte vorantreiben wollen. Und ehrlich gesagt sind 80% davon sofort raus. Entweder fehlt jeglicher Bezug zur eigenen Nische, oder der andere hat offensichtlich null Ahnung was mein Publikum überhaupt will.
Was mich aber wirklich beschäftigt: Gibt es brauchbare Kriterien jenseits von Follower-Zahlen und Traffic-Angaben, die man nicht mal nachprüfen kann? Ich bin grundsätzlich skeptisch wenn jemand mit "10k Besucher monatlich" um die Ecke kommt – das sagt mir herzlich wenig über Engagement, Kaufintention oder ob die Zielgruppe überhaupt zu meinem Funnel passt.
Was nutzt ihr konkret zur Vorauswahl? Schaut ihr auf Content-Qualität, Kommentarverhalten, Konversionsbeispiele? Oder gibt es einen Standardprozess den ihr empfehlen würdet? Ich frage weil ich keine Zeit verschwenden will mit Leuten die einen klassischen "win-win"-Pitch schicken aber keine Substanz dahinter haben.
Gute Frage, ich stehe da noch ganz am Anfang und frag mich das auch andersrum – also wie ich selbst eine Anfrage stelle die überzeugend wirkt. Aber was du sagst mit den 10k Besucher Angaben finde ich interessant, weil ich gerade selbst merke wie schwer das zu verifizieren ist. Ich hab neulich in meinem Thread über Cookie-Laufzeiten gefragt und da kam auch die Frage auf wie man eigentlich Partnerqualität messen kann wenn man keinen Zugriff auf echte Daten hat. Ich würde mir wünschen dass jemand mal konkret erklärt welche Tools da realistisch weiterhelfen – nicht so allgemeine Tipps sondern wirklich: welche Metriken kann ich als Anfänger überhaupt selbst prüfen ohne auf gut Glauben zu vertrauen?
Thomas, ich kenn das Problem gut. Bei SaaS-Partnerprogrammen ist das noch ausgeprägter – da kommen teilweise Anfragen von Leuten die offensichtlich jeden Anbieter in der Nische anschreiben und einfach gucken wer antwortet.
Mein Filterprozess läuft inzwischen so: Erster Blick geht immer auf den Content selbst, nicht die Zahlen. Schreibt jemand wie jemand der das Produkt versteht oder wie jemand der SEO-Texte auf Biegen und Brechen baut? Das merkt man eigentlich recht schnell. Zweiter Punkt ist Branding-Konsistenz – wirkt der Auftritt über alle Kanäle durchdacht oder ist das ein Sammelsurium ohne roten Faden? Das sagt viel über Professionalität.
Was ich außerdem mache: ich schaue mir an ob jemand schon öffentlich über Kooperationen spricht und wie. Transparenz im Umgang mit Partnerschaften ist für mich ein positives Signal. Wer das sauber kommuniziert hat verstanden worum es geht.
Traffic-Angaben ignoriere ich ehrlich gesagt fast komplett solange ich keine gemeinsame Basis für Tracking habe. Das Thema hab ich übrigens auch in meinem Thread zu Personal Branding angeschnitten – Branding und Vertrauenswürdigkeit hängen da direkt zusammen.