Ich bin gerade dabei, eine Affiliate-Seite zusammen mit einem Bekannten aufzuziehen. Wir haben uns bisher keine große Gedanken über die Rechtsform gemacht – de facto sind wir wohl eine GbR, auch wenn wir das nie explizit so bezeichnet haben. Läuft alles über ein gemeinsames Konto, wir teilen uns die Einnahmen, einer macht Content, ich kümmere mich ums Tracking und die technische Seite.
Jetzt hab ich aber gelesen, dass bei einer GbR beide Gesellschafter persönlich und gesamtschuldnerisch haften – also auch für Fehler des anderen. Das klingt erstmal abstrakt, aber wenn man konkret daran denkt: Was passiert, wenn mein Mitstreiter z.B. vergisst, einen Affiliate-Link korrekt zu kennzeichnen, und wir deswegen eine Abmahnung kassieren? Haftet dann auch derjenige voll, der gar nichts damit zu tun hatte?
Ich bin generell jemand, der lieber Fakten auf den Tisch haben will bevor er handelt – hab wenig Lust auf 'wird schon gut gehen'-Mentalität. Gibt es hier Erfahrungen, wie man sowas intern zwischen GbR-Partnern regelt? Interner Vertrag? Und macht es überhaupt Sinn, für so ein Affiliate-Projekt eine UG zu gründen, nur um die Haftung zu begrenzen?
Wäre dankbar für Einschätzungen von Leuten, die das schon durchdacht oder erlebt haben – gerne auch mit konkreten Zahlen oder Erfahrungen, nicht nur allgemeines Rechtsgefasel.
Ich bin nach langer Pause gerade selbst wieder am Einarbeiten, daher kein Experte – aber das Thema hatte ich auch auf dem Schirm, als ich überlegt hab ob ich mit jemandem zusammen starte.
Was ich mitgenommen hab: Ja, die gesamtschuldnerische Haftung bei der GbR ist real und kein Randthema. Ich hab mich deshalb gegen eine gemeinsame GbR entschieden. Ob eine UG sich lohnt, hängt wohl stark von den Umsätzen ab – Gründungskosten und laufender Aufwand (Buchführungspflicht usw.) fressen bei kleinen Projekten schon merklich rein.
Was viele empfehlen: Auf jeden Fall einen GbR-Vertrag aufsetzen, auch wenn er intern bleibt. Darin Regeln wer wofür verantwortlich ist und wie Haftung intern aufgeteilt wird. Das schützt zwar nicht nach außen, aber ihr könnt intern Regressansprüche regeln.
Für Abmahnungen wegen fehlender Kennzeichnung lohnt sich auch, das prozesstechnisch abzusichern – Checklisten, automatisierte Prüfungen. Da kann KI heute echt helfen, zumindest bei der Konsistenzprüfung von Links und Texten.