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Haftung bei falschen Produktangaben – wer ist verantwortlich?

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Werner6867
Beiträge: 3
Themenstarter
(@werner6867)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#33]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema Affiliate-Marketing und habe eine Frage, die mich schon länger umtreibt. Ich betreibe eine kleine Vergleichsseite und verlinke auf verschiedene Händler. Jetzt ist mir aufgefallen, dass manche Produktbeschreibungen, die ich von den Merchants übernommen habe, nicht immer korrekt sind – entweder sind technische Angaben veraltet oder schlicht falsch.

Meine Frage: Wenn ein Besucher auf meiner Seite eine Kaufentscheidung aufgrund falscher Produktinfos trifft, bin ich dann als Affiliate dafür haftbar? Oder liegt die Verantwortung beim Händler, weil er mir die falschen Infos geliefert hat?

Ich hab das mal kurz gegoogelt aber da findet man sehr widersprüchliche Aussagen. Manche sagen, als reiner Affiliate hat man keine eigene Verkäuferhaftung, andere meinen man könne trotzdem abgemahnt werden wegen irreführender Werbung. Das verunsichert mich ehrlich gesagt ziemlich.

Gibt es hier jemanden der damit schon konkrete Erfahrungen gemacht hat oder zumindest weiß wie man sich am besten absichert? Ich möchte das rechtlich sauber haben bevor ich die Seite weiter ausbaue, gerade jetzt im Sommer wo ich eigentlich mehr Zeit habe mich darum zu kümmern.

Danke schon mal im Voraus!

Werner


5 Antworten
Markus79
Beiträge: 3
(@markus79)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Marcus hat das eigentlich gut zusammengefasst. Ich bin selbst gerade dabei meine Seiten nach längerer Pause wieder auf Vordermann zu bringen (hab da auch schon drüber geschrieben Nach 8 Jahren Pause: Welche Traffic-Quellen lohnen sich heute noch?) und dabei ist mir das Thema falsche Produktdaten auch aufgefallen.

Was ich ergänzen würde: Schau dir auch die Affiliate-Bedingungen deines Netzwerks an. Manche Netzwerke schreiben explizit rein, dass du für die Richtigkeit der von dir veröffentlichten Inhalte selbst verantwortlich bist, auch wenn sie vom Merchant stammen. Das ist dann schwarz auf weiß und kein gutes Zeichen im Streitfall.

Bei mir war das ein Grund warum ich angefangen hab, Produktseiten öfter manuell zu prüfen. Lästig, aber besser als eine Abmahnung.


Antwort
Marcus S.
Beiträge: 8
(@m-schneider)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

H.Weber hat recht, Forumsratschläge ersetzen keine Rechtsberatung. Aber ein paar pragmatische Sachen kann man trotzdem festhalten:

Erste Priorität: Automatisierte Produktdaten regelmäßig prüfen, vor allem wenn du Feeds vom Netzwerk nutzt. Die sind oft nicht aktuell. Zweite Sache: Klär in deinem Impressum oder in den AGB dass du keine eigenen Produktangaben machst sondern auf Händlerinformationen verweist. Das ist kein Freifahrtschein aber strukturiert deine Verantwortlichkeit besser.

Und was viele vergessen: Wenn der Merchant die falschen Angaben geliefert hat und du kannst das belegen (z.B. Screenshot des Datenfeeds mit Datum), dann hast du im Schadensfall zumindest ein Argument für einen Regress gegen den Merchant. Das hilft zwar nicht im Abmahnmoment, aber bei der Kostenfrage danach schon.


Antwort
Marcus88
Beiträge: 8
(@marcus88)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das ist tatsächlich ein Thema das viele unterschätzen. Kurz gesagt: Als Affiliate kannst du sehr wohl für irreführende Inhalte auf deiner eigenen Seite haftbar gemacht werden, auch wenn du die Infos vom Merchant übernommen hast. Entscheidend ist, dass du die Inhalte auf deiner Domain veröffentlichst – du bist dann der Verbreiter.

Das UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) greift hier relativ breit. Wettbewerber oder Verbraucherschutzverbände könnten theoretisch abmahnen wenn du nachweislich falsche oder irreführende Produktinfos verbreitest.

Mein praktischer Tip: Übernimm Beschreibungen nie 1:1 unkritisch vom Merchant. Entweder du verifizierst die wichtigsten technischen Angaben selbst, oder du formulierst es so, dass du klar machst dass die Angaben vom Anbieter stammen. Ein kurzer Hinweis wie 'Angaben laut Hersteller' kann da schon helfen. Rechtssicher ist das immer noch nicht zu 100%, aber es zeigt zumindest guten Willen.

Für eine gründlichere Absicherung würde ich wirklich empfehlen, das einmalig mit einem Anwalt für Internetrecht durchzugehen. Die Erstberatung kostet oft nicht die Welt und du weißt danach wo du stehst.


Antwort
Thomas92
Beiträge: 11
(@thomas92)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurz und knapp: Ja, du kannst haften, auch als Affiliate. Lass das von einem Anwalt einschätzen bevor du weitermachst, das ist keine Frage die man pauschal beantworten kann.


Antwort
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