Hallo zusammen,
ich beschäftige mich schon eine Weile damit, wie sich die Wahl des CMS auf die rechtliche Compliance bei Affiliate-Kooperationen auswirkt – und gerade im Sommer, wo ich etwas mehr Zeit für tiefere Analysen habe, stoße ich immer wieder auf ein praktisches Problem.
Konkret geht es mir um Folgendes: Viele Netzwerke liefern Tracking-Pixel oder externe Skripte mit, die man in die eigene Seite einbinden soll. Je nach CMS ist das Handling dieser Skripte in Bezug auf DSGVO-konformes Laden (also erst nach Consent) sehr unterschiedlich gelöst. Bei WordPress mit bestimmten Plugins klappt das halbwegs, aber bei anderen CMS-Systemen – ich teste gerade auch Systeme abseits von WP – ist die Integration deutlich holpriger oder es fehlen klare Dokumentationen dazu.
Meine Fragen:
- Welches CMS nutzt ihr für eure Kooperations-Setups und warum?
- Habt ihr Erfahrungen gemacht, dass ein Netzwerk konkrete Anforderungen an das technische Setup stellt?
- Wie löst ihr das Thema Consent + Affiliate-Skripte in der Praxis, ohne dass euch Conversions durch die Lappen gehen?
Ich versuche gerade eine Art Vergleichsmatrix zu erstellen, die zeigt, welche CMS-Lösungen sich für DSGVO-konformes Affiliate-Setup am besten eignen. Eure Praxiserfahrungen würden mir da wirklich helfen.
Danke schon mal!
Marcus K.
Aus meiner Erfahrung: Kein Netzwerk hat mir je vorgeschrieben welches CMS ich nutzen soll – die wollen einfach, dass die Conversion gezählt wird, fertig.
Ich nutze seit Jahren WordPress und hab da inzwischen ein Setup, das für mich funktioniert – aber ich will nicht so tun als wäre das die einzige Wahrheit.
Beim Thema Consent + Affiliate-Skripte: Ich arbeite mit Borlabs Cookie und lade alle externen Netzwerk-Skripte erst nach explizitem Consent. Klar, das kostet Conversions. Wie viel genau, hab ich in einem anderen Kontext schon getestet – bei Kaufabbruch-Seiten merkt man das sehr deutlich. Aber der Compliance-Aspekt ist mir inzwischen wichtiger als das letzte Prozent Tracking-Abdeckung.
Deine Idee mit der Vergleichsmatrix find ich gut. Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann: Systeme wie Shopify oder Webflow haben da eigene Mechanismen, die manchmal sogar besser dokumentiert sind als bei WP. Kommt halt drauf an, was du mit dem Setup machen willst – reine Content-Sites oder auch direktes Produktlisting.
Netzwerk-seitig hab ich noch keine gehabt, die konkrete CMS-Anforderungen gestellt hätten. Die interessiert meistens nur, ob das Pixel feuert.
Das ist ein Thema, das mich auch immer wieder beschäftigt – und ehrlich gesagt ist die Lage rechtlich nicht so eindeutig, wie viele denken.
Das Kernproblem: Die meisten Affiliate-Netzwerke formulieren ihre technischen Anforderungen so, als wäre DSGVO-Compliance Sache des Publishers. Das stimmt zwar grundsätzlich, aber die Verantwortung liegt eben nicht ausschließlich dort. Wenn ein Netzwerk Skripte bereitstellt, die personenbezogene Daten in Drittländer übermitteln, ist die gemeinsame Verantwortlichkeit nach Art. 26 DSGVO zumindest diskutabel.
Zur CMS-Frage: WordPress ist de facto der Standard, aber das ist kein Freifahrtschein. Die Consent-Integration hängt stark vom verwendeten Plugin ab – und da gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Ich habe schon Setups gesehen, die optisch eine Consent-Abfrage zeigen, technisch aber trotzdem Skripte vorladen. Das ist im Zweifelsfall problematisch.
Ich hatte das Thema Consent und Tracking-Performance übrigens schon mal aus einer anderen Richtung beleuchtet: Cookie-Zustimmung wirkt sich krass auf meine Tracking-Performance aus – da ging es zwar mehr um die Performance-Seite, aber die Grundproblematik ist dieselbe.
Kurz gesagt: Kein CMS löst das Problem automatisch. Es kommt immer auf die konkrete Implementierung an. Wer das ernsthaft absichern will, sollte das technische Setup von jemandem prüfen lassen, der sowohl die DSGVO als auch die technische Seite versteht.