Guten Tag zusammen,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiver mit der Frage, ob und wie sogenannte Joint Ventures zwischen zwei oder mehr Affiliates wirklich Sinn ergeben. Gemeint ist nicht einfach ein gegenseitiger Link oder eine lockere Absprache, sondern eine echte strukturierte Zusammenarbeit – zum Beispiel gemeinsame Landingpages, geteilte Traffic-Quellen oder kombinierte E-Mail-Listen.
Mein konkreter Gedanke dahinter: Wenn zwei Affiliates in ähnlichen, aber nicht identischen Nischen unterwegs sind, könnte man doch Synergien nutzen. Affiliate A hat starken organischen Traffic über SEO-Content, Affiliate B hat eine gewachsene E-Mail-Liste. Gemeinsam könnte man Kampagnen fahren, die alleine schwer umzusetzen wären.
Was mich dabei beschäftigt ist vor allem die Frage der Conversion-Optimierung. Wie misst man bei einem JV den tatsächlichen Beitrag jedes Partners korrekt nach? Und wie verhindert man, dass einer mehr reingibt als er rausbekommt? Das klingt auf dem Papier gut, aber in der Praxis stelle ich mir die Abstimmung aufwändig vor.
Hat jemand von euch schon konkrete Erfahrungen mit sowas gemacht – auch im kleineren Rahmen? Mich würden besonders die strukturellen Aspekte interessieren: Wie habt ihr die Aufteilung geregelt, und wie skalierbar ist das Ganze wirklich?
Bin gespannt auf eure Einschätzungen.
Viele Grüße,
Werner
Werner, das ist ein Thema das ich mir auch schon überlegt habe. Theoretisch macht sowas Sinn, praktisch scheitert es meiner Erfahrung nach oft an der technischen Umsetzung des Trackings.
Ich hab in letzter Zeit einige KI-Tools getestet, und zumindest für die Analyse und Attribution gibt es da inzwischen ganz brauchbare Lösungen. Claude zum Beispiel kann bei der Strukturierung von JV-Konzepten helfen – also Rollenverteilung, KPI-Definitionen, so ein Gerüst zu bauen. Ersetzt natürlich nicht die eigentliche Abstimmung mit dem Partner.
Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann: Die technische Seite ist lösbar. Das eigentliche Problem ist das menschliche – unterschiedliche Arbeitsweisen, unterschiedliche Erwartungen. Ich würde empfehlen, klein anzufangen. Eine gemeinsame Kampagne, klar definierter Zeitraum, vorher schriftlich festhalten wer was trackt und wie der Split berechnet wird. Wenn das klappt, kann man skalieren. Wenn nicht, hat man wenigstens nicht viel riskiert.
Ich bin da ehrlich gesagt skeptisch. Nicht weil die Idee schlecht ist, sondern weil ich zu oft gesehen hab wie solche Konstrukte anfangen und was draus wird.
Das grundlegende Problem: Beide Partner haben unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Zielgruppen, unterschiedliche Risikotoleranz. Solange alles läuft ist das kein Thema. Aber wenn die Conversion-Rate einbricht oder einer der Partner seine Strategie ändert – dann wird's kompliziert. Und ohne vernünftigen Vertrag sitzt du auf dem Trockenen.
Was mich bei solchen JV-Ideen immer stutzig macht sind die Versprechungen vom schnellen Skalieren. In der Praxis multiplizieren JVs auch die Probleme, nicht nur die Reichweite. Hab genug Threads gesehen wo Leute mit tollen Synergieversprechen gestartet sind und hinterher mehr Zeit in die Koordination gesteckt haben als in ihr eigentliches Business.
Wenn überhaupt, dann nur mit jemandem den man schon länger kennt, mit klar schriftlich geregeltem Split, und mit einer definierten Ausstiegsklausel. Sonst lass ich sowas lieber.